Habe ich Anspruch auf ein Gehalt oder eine Aufwandsentschädigung während der Famulatur?

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Dr. Reis BerkowiczZum Vergrößern bitte klicken.

Dr. Petra Reis-Berkowicz, Vorstandsmitglied im Bayerischen Hausärzteverband und Vorsitzende der Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB):

Ein Anspruch auf Vergütung oder Aufwandentschädigung der Famulatur besteht nicht, da die Famulatur kein „Job“, sondern eine Form praktischen Unterrichts darstellt und für den Lehrarzt mit entsprechendem Aufwand verbunden ist – auch wenn das Arbeiten mit angehenden Mediziner durchaus Spaß macht.
Manche Kliniken gewähren ein Taschengeld zwischen 100 und rund 400 Euro/Monat. Arztpraxen können sich eine Vergütung in aller Regel nicht leisten. In der Famulatur- und Praktikumsbörse des Bayerischen Hausärzteverbandes finden sich jedoch einige Praxen, die Kost und Logis zur Verfügung stellen oder sich an den Fahrtkosten beteiligen.
Daneben haben Medizinstudierende die Möglichkeit, Förderprojekte für Famulaturen auf dem Land in Anspruch zu nehmen. In Bayern können sich Medizinstudierende im Rahmen des gemeinsamen Famulaturförderprojektes des Bayerischen Hausärzteverbandes und der Techniker Krankenkasse, Landesvertretung Bayern, Fahrt und Unterbringungskosten für die Famulatur in einer Hausarztpraxis in ländlichen Regionen bis zu 500 Euro erstatten lassen. Unterstützung für Famulaturen auf dem Land bietet auch „Land in Sicht“, ein gemeinsames Projekt der Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland e.V. (bvmd) und der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB), das der Bayerische Hausärzteverband unterstützt.