Bayerischer Hausärtzteverband unterstützt Ausbildungskonzept Allgemeinmedizin Dillingen

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  • Berufsverband stellt für das Vorzeige-Projekt 10.000 Euro zur Verfügung
  • Fördermittel kommen hausärztlichen Ausbildungspraxen zugute und sichern Qualität der hausärztlichen Ausbildung
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Dillingen, den 08.10.2015 – Im Rahmen seiner Nachwuchsinititiative fördert der Bayerische Hausärzteverband das Ausbildungskonzept Allgemeinmedizin Dillingen (AKADemie) des akademischen Lehrkrankenhauses Dillingen, das federführend von Dr. Ulrike Bechtel, Chefärztin für Innere Medizin an der Kreisklinik St. Elisabeth sowie von Prof. Dr. Antonius Schneider, Institut für Allgemeinmedizin der Technischen Universität München, entwickelt worden ist. Ergänzend zum ärztlichen Weiterbildungsverbund Allgemeinmedizin werden in Dillingen bereits die Studierenden im Praktischen Jahr zum Berufsziel Hausarzt hin gefördert. 10 Studierende haben dieses Angebot bereits genutzt. Nach dem Staatsexamen ermöglicht die „AKADemie“ den künftigen Hausärztinnen und Hausärzten nicht nur eine lückenlose und kontinuierliche Rotation durch alle Weiterbildungsabschnitte, sondern bietet darüber hinaus ein übergeordnetes Weiterbildungsprogramm sowie eine attraktive Vergütung. Deshalb sind inzwischen 20 junge Mediziner in Dillingen auf dem Weg zum Facharzt für Allgemeinmedizin.

„Dillingen macht vor, wie der Hausarztberuf durch eine qualitativ hochwertige Aus- und Weiterbildung für junge Mediziner attraktiv gestaltet werden kann“, erklärt Dr. Dieter Geis, Vorsitzender des Bayerischen Hausärzteverbandes. „Mit seinem Ausbildungskonzept AKADemie leistet das Lehrkrankenhaus mit dem Weiterbildungsverbund Dillingen einen wichtigen Beitrag im Kampf gegen den Hausärztemangel. Deshalb fördern wir dieses Projekt gerne und hoffen, dass es bald andernorts in Bayern Nachahmer finden wird.“

Dr. Ulrike Bechtel, Initiatorin des Konzepts AKADemie, freut sich über die Unterstützung und erläutert, wie die Mittel eingesetzt werden sollen: „Die Gelder werden im Rahmen der Studie verwendet, die wir mit der TU München und dem Bayerischen Gesundheitsministerium zum Thema „PJ Allgemeinmedizin im ländlichen Raum“ durchführen, und erlauben es uns, den hausärztlichen Lehrpraxen im Dillinger Weiterbildungsverbund einen Teil ihrer Aufwendungen zu erstatten.“

Ein wichtiger Ansatz, wie Dr. Alexander Zaune, Beirat im Landesvorstand des Bayerischen Hausärzteverbandes, betont. „Die 1:1-Betreuung, die PJler in den Hausarztpraxen erfahren, ist für die Hausärztinnen und Hausärzte mit einem beträchtlichen Aufwand verbunden, zumal ein umfangreiches Curriculum eingehalten werden muss, wenn die Ausbildungsqualität stimmen soll. Eine Aufwandsentschädigung bedeutet für uns Hausärzte eine Anerkennung unserer Nachwuchsarbeit und motiviert weitere Hausarztpraxen, sich an der Ausbildung künftiger Allgemeinmediziner zu beteiligen“, ist er überzeugt. „Nicht umsonst fordert der Bayerische Hausärzteverband schon seit Längerem eine reguläre Aufwandsentschädigung für Ausbildungspraxen von der Politik ein.“

Auch der Dillinger Landrat Leo Schrell begrüßt die Förderung des Ausbildungskonzept Allgemeinmedizin Dillingen durch den Bayerischen Hausärzterverband. „Nur wenn alle an einem Strang ziehen – die Universität, die Kliniken und die Hausarztpraxen – jetzt auch bestärkt durch die Unterstützung ihres Berufsverbandes – kann es gelingen, mehr Mediziner für den hausärztlichen Beruf zu begeistern und natürlich auch für unsere Region“, hofft er.