Hausärzte für strukturiertere Versorgung von Flüchtlingen

Veröffentlicht am .

München/Nürnberg, 7. Dezember 2015 – „Wir Hausärztinnen und Hausärzte sind uns der Verantwortung in der Frage der medizinischen kurativen Versorgung von Flüchtlingen und Asylsuchenden bewusst und sind bereit, zusätzliche Aufgaben zu schultern. Die Politik muss dafür aber auch die richtigen Rahmenbedingungen schaffen“, so Dr. Dieter Geis, Vorsitzender des Bayerischen Hausärzteverbandes. Mit großer Mehrheit hat deshalb die Delegiertenversammlung des Bayerischen Hausärzteverbandes am Samstag in Nürnberg einen Vier-Punkte-Forderungskatalog beschlossen.

So soll das Screening nach chronischen und ansteckenden Erkrankungen flächendeckend gewährleistet und die psychotherapeutische Betreuung insbesondere von Kindern aus Kriegsgebieten unbürokratisch gewährleistet werden.

Zweitens fordert der Bayerische Hausärzteverband, dass Bund, Land und Kommunen die „notwendigen finanziellen und personellen Ressourcen kurzfristig und in ausreichendem Maße unbürokratisch zur Verfügung“ stellen.

Drittens schlägt der Bayerische Hausärzteverband ein Mentorenprogramm vor, um medizinsich und pflegerisch qualifizierte Flüchtlinge und Asylbewerber schnell zu integrieren und ihnen eine berufliche Perspektive zu bieten. Und viertens sollen den Hausärzten Informationsblätter und Anamnesebögen in unterschiedlichen Sprachen zur Verfügung gestellt werden.

Wie sich Hausärzte für die Versorgung von Flüchtlingen engagieren, zeigt das mittlerweile preisgekrönte Beispiel „Netzwerk medizinische Flüchtlingshilfe Erlangen“. Mit-Initiatorin Dr. Anke Lemmer, die auch Delegierte des Bayerischen Hausärzterverbandes ist: „Neben unserem Engagement müssen wir professionelle Strukturen aufbauen, damit wir die Versorgung nachhaltig sicherstellen können. In den Aufnahmeeinrichtungen brauchen wir neben angestellten Ärzten und MFAs auch ausgebildete Dolmetscher. Außerdem fehlt medizinisches Gerät. Die bürokratischen Hürden, die uns behindern, müssen schnellstmöglich abgebaut werden, schließlich geht es um Menschen, die unsere Hilfe brauchen. “

Ansprechpartner Presse:
Torsten Fricke, Mobil 0171/41 58 329
Heike Blümmel, Telefon 089/127 39 27 12

Pressemitteilung als PDF