Tag der Organspende am 4. Juni: Keine Angst vor dem Organspendeausweis!

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München, 2. Juni 2016 – Organspender werden kann fast jeder. Aber nur etwa ein Drittel der Bundesbürger hat mit einem Organspendeausweis seine Zustimmung zur Organentnahme im Falle eines Hirntods dokumentiert. „Organspende ist ein gesellschaftlich wichtiges Thema, mit dem sich jeder auseinandersetzen sollte“, erinnert Dr. Petra Reis-Berkowicz, Vorstandsmitglied des Bayerischen Hausärzteverbandes, zum Tag der Organspende am 4. Juni. „Natürlich ist es eine persönliche Entscheidung, ob man nach dem eigenen Ableben Organe oder Gewebe zur Verfügung stellen will, die anderen das Leben retten können. Aber sie sollte getroffen werde – auf Basis wissenschaftlich begründeter Informationen, nicht substanzloser Gerüchte und unbegründeter Ängste“, findet die Allgemeinmedizinerin. „Die Hausärztin oder der Hausarzt stehen dabei als kompetente und vertrauenswürdige Ansprechpartner zur Verfügung“, so Dr. Reis-Berkowicz.

Misstrauen gegenüber dem Gesundheitssystem oder Klinikärzten hält nach wie vor viele davon ab, sich einen Organspendeausweis zuzulegen. So kursieren Befürchtungen, dass Menschen, die der Organentnahme nach dem Tod zugestimmt haben, lebenserhaltende Maßnahmen vorenthalten würden, oder dass die Organe entnommen werden könnten, bevor die Spender verstorben sind. Die zwischen 2010 und 2012 an die Öffentlichkeit gelangten Unregelmäßigkeiten in einigen deutschen Kliniken haben zusätzlich zur Verunsicherung beigetragen. „Die im Transplantationsgesetz geregelten Überwachungs- und Kontrollmechanismen, auch zur eindeutigen Feststellung des Hirntods, der Voraussetzung für eine Organentnahme ist, machen solche Befürchtungen jedoch unbegründet“, gibt Dr. Reis-Berkowicz Entwarnung.

Auch die Vermutung, man könne zu alt oder krank sein, um als Organspender in Frage zu kommen, stimmt meist nicht. „Zwar sind generell bei jüngeren Verstorbenen mehr Organe für eine Transplantation geeignet als bei älteren. Entscheidend ist jedoch, ob ein Spendeorgan noch funktionsfähig ist, und damit kann auch ein 70-Jähriger nach seinem Tod beispielsweise noch für eine Nierenspende in Frage kommen“, klärt Dr. Reis-Berkowicz auf. Allerdings gibt es Einschränkungen. Für Hautspenden beispielsweise gilt eine Altersobergrenze von 75 Jahren, und eine akute, metastasierende Krebserkrankung oder ein positiver HIV-Befund sind Ausschlusskriterien für eine Organspende.

Bei anderen Erkrankungen entscheiden die Ärzte. Im Organspendeausweis besteht die Möglichkeit, unter „Anmerkungen/Besondere Hinweise“ auf bestimmte vorliegende oder überstandene Erkrankungen hinzuweisen. „Auch dazu kann der Hausarzt/die Hausärztin individuell beraten und beim Ausstellen des Organspendeausweises helfen“, so Dr. Reis-Berkowicz. „Also keine Angst vor dem Organspendeausweis – sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt/Ihrer Hausärztin!“

Der Tag der Organspende findet seit 1983 jedes Jahr am ersten Samstag im Juni statt mit dem Ziel, möglichst viele Menschen auf das Thema Organspende aufmerksam zu machen und zu einer Entscheidung zu motivieren. Dazu gibt es jedes Jahr eine zentrale Veranstaltung in einem anderen Bundesland, dieses Jahr in der bayerischen Landeshauptstadt München auf dem Marienplatz. Weitere Informationen unter www.organspendetag.de

Ansprechpartner Presse: Torsten Fricke, Tel. 0171-41 58 329 / Ruth Sharp, Tel. 089-12 73 927-42

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