Facharzt für Geriatrie überflüssig - Hausarzt ist Spezialist auch für die Altersmedizin

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München, den 30. März 2017 – Der Bayerische Hausärzteverband lehnt die mittlerweile in Deutschland bestehenden zahlreichen verschiedenen Qualifikationen in der Geriatrie ab. Er kritisiert den aktuellen Beschluss der Landesärztekammer Hessen, eine Zusatzweiterbildung „Ambulante Geriatrie“ in die Weiterbildungsordnung für Ärzte in Hessen aufzunehmen und damit eine weitere Qualifikation im Bereich Geriatrie zu schaffen. „Der hausärztliche Allgemeinmediziner ist aufgrund seiner Ausbildung und seiner Tätigkeit bereits qualifiziert für die medizinische Versorgung älterer Menschen“, erklärt Dr. Dieter Geis, Vorsitzender des Bayerischen Hausärzteverbandes. „Schon heute ist die Versorgung älterer und hochbetagter, also sogenannter geriatrischer Patienten, längst Alltag in unseren hausärztlichen Praxen. Eine weitere Spezialisierung, insbesondere in Form eines Facharztes für Geriatrie und / oder eines Facharztes für Innere und Geriatrie, ist überflüssig und erschwert die wohnortnahe Patientenversorgung. Hier soll ein originär hausärztliches Behandlungsfeld, das eine ganzheitliche Herangehensweise erfordert, von Spezialisten (mit) übernommen werden, die nur Teilaspekte der Medizin im Blick haben. Dem Patientenwohl dient das sicher nicht“, ist Dr. Geis überzeugt.

Dr. Gerald Quitterer, Vorsitzender des Bayerischen Hausärzteverbandes Bezirk Niederbayern, ergänzt: „Der auch von der Bayerischen Landesärztekammer getragene Vorschlag, die Weiterbildungsinhalte im Fach Allgemein- und Familienmedizin entsprechend den jetzt bereits an geriatrischen Patienten erbrachten Leistungen zu formulieren und sich daneben auf eine bundesweit einheitlich Zusatzweiterbildung Geriatrie als 2. Säule der Qualifikation zu einigen, erscheint uns als ein richtiger und gangbarer Weg. Wir werden diesen Weg im Rahmen der Delegierten- und Mitgliederversammlung am Wochenende in München ausführlich besprechen und diskutieren.“

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