„Verzögerung der Bereitschaftsdienstreform würde Patientenversorgung gefährden!“

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Bayerischer Hausärzteverband schließt sich der Kritik von BLÄK und KVB an der Forderung der FDP Bayern nach einer Aussetzung der Bereitschaftsdienstreform an.

München, 2. Februar 2018 – Mit Unverständnis hat Dr. Dieter Geis, Vorsitzender des Bayerischen Hausärzteverbandes, auf die Forderung der FDP Bayern nach einem Moratorium der Bereitschaftsdienstreform im Freistaat reagiert. „In vielen Dienstbereichen hat sich die Be-reitschaftsdienstbelastung für die Niedergelassenen vor Ort vor allen durch den ausbleibenden hausärztlichen Nachwuchs auf ein unerträgliches Maß gesteigert. Nicht wenige Kolleginnen und Kollegen kommen auf mehrere hundert Stunden im Jahr – zusätzlich zu ihrer Praxistätigkeit. Das wiederum schreckt den Nachwuchs ab – ein Teufelskreis, den wir mit der Neustrukturierung des Bereitschaftsdienstes in Bayern durchbrochen haben“, so Dr. Geis.

Die Reform wird bereits in mehreren Regionen Bayerns umgesetzt und von den teilnehmenden Ärztinnen und Ärzten ganz überwiegend sehr positiv bewertet, die Dienstzeiten konnten auf durchschnittlich unter 80 Stunden pro Jahr begrenzt werden. „Die Neustrukturierung des Bereitschaftsdienstes ermöglicht es, mit weniger Ärztinnen und Ärzten unsere Patienten flä-chendeckend auch außerhalb der Sprechstundenzeiten gleichermaßen gut zu versorgen und gleichzeitig die Belastung für die einzelnen Ärzte deutlich zu reduzieren“, erklärt Dr. Geis. „Diesen richtigen und wichtigen Schritt zugunsten eines Flickenteppichs an Einzellösungen auszusetzen, wie die FDP Bayern es fordert, verstärkt den Hausärztemangel weiter und gefährdet die Patientenversorgung“, warnt Dr. Geis.

Auch die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns und die Bayerischen Landesärztekammer haben die Kritik der FDP Bayern an der Weiterentwicklung des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes als „sachlich unbegründet und inhaltlich fragwürdig“ zurückgewiesen.

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