Tag der Hausarztmedizin: „Wir brauchen schnellstmöglich einen Lehrstuhl für Allgemeinmedizin“

Veröffentlicht am .

Staatssekretärin Carolina Trautner besuchte die Gemeinschaftspraxis von Maria Stich und Stefanie Berger in Thierhaupten im Landkreis Augsburg.

MdL Carolina Trauter2Zum Vergrößern bitte klicken.

München/Augsburg, 7. Juni 2018 – Wenn Politik auf Wirklichkeit trifft: Rund um den Tag der Hausarztmedizin laden Hausärztinnen und Hausärzte in ganz Bayern Abgeordnete zum Besuch in ihre Praxen ein. 

Dr. Dieter Geis, Vorsitzender des Bayerischen Hausärzteverbandes: „Diese Praxisbesuche sind eine gute Gelegenheit, um den Politikern anschaulich zu zeigen, welche Herausforderungen wir Hausärztinnen und Hausärzte jeden Tag meistern müssen, um die flächendeckend Versorgung für unsere Patientinnen und Patienten in Stadt und Land sicherzustellen. Unsere Themenschwerpunkte beim Tag der Hausarztmedizin sind in diesem Jahr die Stärkung der hausärztlichen Aus- und Weiterbildung, die Verbesserung der Rahmenbedingungen der Praxistätigkeit und die Förderung der Hausarztzentrierten Versorgung (HzV) über Bonusanreize für die Versicherten.“

Carolina Trautner, Staatssekretärin im Bayerischen Ministerium für Unterricht und Kultus, besuchte anlässlich des Tages der Hausarztmedizin die Gemeinschaftspraxis von Maria Stich und Stefanie Berger in Thierhaupten im Landkreis Augsburg. Ein wichtiges Gesprächsthema: Der Aufbau der medizinischen Fakultät an der Universität Augsburg. 

„Mit dem Start des Lehrbetriebes an der Medizinischen Fakultät der Universität Augsburg im Wintersemester 2019/2020 brauchen wir schnellstmöglich einen Lehrstuhl für Allgemeinmedizin“, stellte Carolina Trautner klar und unterstützt damit eine wichtige Forderung des Bayerischen Hausärzteverbandes. 

In der Fugger-Stadt wird ein Modellstudiengang implementiert, der das übliche Vorklinikum, also die natur- und sozialwissenschaftliche Ausbildung in den ersten Semestern, mit der medizinischen Ausbildung verknüpft, um frühestmöglich Kompetenzen im Umgang mit Patienten aufzubauen. „Gerade dieser innovative Modellstudiengang verlangt die frühe Einbindung der Allgemeinmedizin. Ich werde deshalb auf die neue Wissenschaftsministerin Prof. Dr. Marion Kiechle zugehen. Wir brauchen möglichst gleich zum Start des Lehrbetriebs einen Lehrstuhl für Allgemeinmedizin, um den MedizinStudierenden zu zeigen, dass es eine gute Entscheidung sein kann, sich später als Hausarzt niederzulassen. Am besten natürlich in der Region Augsburg“, so Carolina Trautner, die auch Mitglied im Kuratorium der Hochschule Augsburg ist.

MdL Carolina Trauter Maria Stich Stefanie BergerZum Vergrößern bitte klicken.

Vor ihrer politischen Karriere hatte Carolina Trautner in Würzburg Pharmazie studiert und später als Apothekerin gearbeitet. Seit 1988 ist sie mit dem Internisten Dr. Hans Trautner verheiratet. Das Paar hat zwei mittlerweile erwachsene Kinder. Bei ihrem Besuch in Thierhaupten zeigte sich die CSU-Landtagsabgeordnete besonders beeindruckt von der neuen Praxis, die die beiden Hausärztinnen aufgebaut haben: „Die Bürgerinnen und Bürger von Thierhaupten und Umgebung profitieren von dieser modernen und technisch hochwertig eingerichteten Praxis. Damit ist in dieser Region die hausarztzentrierte Versorgung nachhaltig gesichert. Bemerkenswert finde ich, dass die beiden Hausärztinnen je zwei kleine Kinder haben. Das zeigt, dass sich im Beruf des Landarztes vieles zum Guten geändert hat und es heute möglich ist, Beruf und Familie in Einklang zu bringen.“

„Wir haben unsere Kinder zwar fast zeitgleich bekommen, konnten uns aber gegenseitig gut vertreten. Hausarzt zu sein, ist immer noch unser Traumberuf“, erzählen Maria Stich und Stefanie Berger. Ein wesentlicher Punkt für ihre Entscheidung, sich in der Region niederzulassen, seien die Hausarztverträge, die der Gesetzgeber mittlerweile nachhaltig im SGB V verankert hat. „Damit wird unser Umsatz planbarer, und wir sind besser in der Lage, in die Praxis nachhaltig zu investieren“, erklärten die beiden Hausärztinnen. 

Maria Stich und Stefanie Berger haben ihre Praxis gemeinsam gestaltet und dabei besonderen Wert auf die Arbeitsbedingungen gelegt. „Wir setzen stark auf Teamwork und auf die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Mehrere unserer Medizinischen Fachangestellten haben sich mittlerweile zur VERAH, also zur Versorgungsassistentin in der Hausarztpraxis, weitergebildet und können uns bei Routine-Hausbesuchen entlasten“, berichteten die beiden Hausärztinnen der Gesundheitspolitikerin und warnten davor, diese Erfolgsmodell namens VERAH zu gefährden. „Wir brauchen keine externen Anbieter, die Hausbesuche übernehmen. Das würde nur zu höheren Kosten und Abstimmungsproblemen führen. Allein in Bayern gibt es mittlerweile rund 2000 VERAHs. Als Teil unseres Teams kennt die VERAH die Patienten und die Patienten kennen sie. Besser geht es nicht.“

 

Ansprechpartner Presse: Torsten Fricke, Tel. 0171-41 58 329 / Heike Blümmel, Tel. 089-12 73 927-12

Pressemitteilung als PDF