Tag der Hausarztmedizin: „Wir brauchen in Bayern mehr Medizin-Studienplätze"

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Landtagsabgeordneter Dr. Karl Vetter (Freie Wähler) besuchte die Hausarztpraxis von Annette Pazdernik in Roding.

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München/Augsburg, Juni 2018 – Wenn Politik auf Wirklichkeit trifft: Rund um den Tag der Hausarztmedizin laden Hausärztinnen und Hausärzte in ganz Bayern Abgeordnete zum Besuch in ihre Praxen ein. 

Dr. Dieter Geis, Vorsitzender des Bayerischen Hausärzteverbandes: „Diese Praxisbesuche sind eine gute Gelegenheit, um den Politikern anschaulich zu zeigen, welche Herausforderungen wir Hausärztinnen und Hausärzte jeden Tag meistern müssen, um die flächendeckend Versorgung für unsere Patientinnen und Patienten in Stadt und Land sicherzustellen. Unsere Themenschwerpunkte beim Tag der Hausarztmedizin sind in diesem Jahr die Stärkung der hausärztlichen Aus- und Weiterbildung, die Verbesserung der Rahmenbedingungen der Praxistätigkeit und die Förderung der Hausarztzentrierten Versorgung (HzV) über Bonusanreize für die Versicherten.“

Dr. Karl Vetter, Landtagsabgeordneter der Freien Wähler und Mitglied des Ausschusses für Gesundheit und Pflege, besuchte anlässlich des Tages der Hausarztmedizin die Hausarztpraxis von Annette Pazdernik in Roding im Landkreis Cham. Ein wichtiges Gesprächsthema: Der Nachwuchsmangel bei den Hausärzten, insbesondere auf dem Land.

Annette Pazdernik: „In der Oberpfalz wird es für die Kollegen immer schwieriger einen geeigneten Nachfolger zu finden. In Roding haben wir zwar auf dem Papier einen Versorgungsgrad von 110 Prozent, aber diese Zahl trügt. Über 40 Prozent der Hausärzte in Roding sind über 60 Jahre alt und werden in den nächsten Jahren in den Ruhestand gehen. Wir stehen also vor der großen Herausausforderung, die hausarztzentrierte Versorgung nachhaltig sicherzustellen.“

Dr. Karl Vetter: „Wir brauchen in Bayern mehr Medizin-Studienplätze, um Nachfolger für die Praxen zu haben. Und wir müssen die ländlichen Regionen gezielt stärkt, damit das Ungleichgewicht zwischen Stadt und Land nicht noch größer wird.“ Wichtig sei es außerdem, so der Landtagsabgeordnete, die Allgemeinmedizin bereits im Studium zu stärken. Dr. Vetter: „Gerade in der Oberpfalz werden Hausärzte händeringend gesucht. Deshalb ist es dringend geboten, dass auch die Universität Regensburg den anderen Hochschulen in Bayern folgt und einen Lehrstuhl für Allgemeinmedizin einrichtet.“

Bei dem Praxisbesuch war auch Pazderniks Kollege Dr. Andreas Korschofsky anwesend, der als Allgemeinarzt in Arnschwang niedergelassen ist. Die beiden Ärzte berichteten Dr. Vetter auch von der aktuellen Bereitschaftsdienstreform, die in ihrem Bereich positiv verlaufe. Annette Pazdernik: „Die Dienstbelastung hat sich deutlich verringert – was ein weiteres Argument für junge Mediziner ist, sich auf dem Land als Hausärztin oder Hausarzt niederzulassen.“

Ansprechpartner Presse: Torsten Fricke, Tel. 0171-41 58 329 / Heike Blümmel, Tel. 089-12 73 927-12

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