Bayerischer Gesundheitspreis 2018 für Dr. Markus Beier aus Erlangen

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  • Projekt „Vernetzte Versorgungsstrukturen in der Allgemeinen Ambulanten Palliativversorgung (AAPV)“ in der Kategorie „Selbstbestimmt leben bis zum Schluss“ ausgezeichnet.
  • Gesundheits- und Pflegeministerin Melanie Huml: „Schwerstkranke Menschen müssen wissen, dass sie in ihren letzten Stunden nicht alleine gelassen werden und bis zuletzt eine bestmögliche Betreuung erhalten. Ich hoffe deshalb, dass das Projekt in Erlangen viele Nachahmer findet.“
2018 11 07 Bayerischer Gesundheitspreis an Dr. BeierZum Vergrößern bitte klicken.

München/Erlangen, 7. November 2018 – Und der Bayerische Gesundheitspreis 2018 geht an ... Dr. Markus Beier. Der 1. stellvertretende Vorsitzende des Bayerischen Hausärzteverbandes und Facharzt für Allgemeinmedizin in Erlangen wurde am Dienstagabend in München für das Projekt „Vernetzte Versorgungsstrukturen in der Allgemeinen Ambulanten Palliativversorgung (AAPV)“ in der Kategorie „Selbstbestimmt leben bis zum Schluss“ ausgezeichnet. In der Kategorie „Gelebte Inklusion“ ging der Preis an Dr. Friederike Soldo, Fachärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie in Landshut, für ihr Projekt „Psychiatrische Versorgung von Kindern mit Behinderung“.

Der von der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) und der Krankenkasse IKK classic gestiftete Preis wurde bereits zum 7. Mal verliehen und ist mit jeweils 4000 Euro für die weitere Projektarbeit dotiert. Schirmherrin ist Christa Stewens. Die Staatsministerin a.D.: „Mit dem Bayerischen Gesundheitspreis zeichnen wir Projekte aus, die auf besonders kreative und innovative Weise zu einer qualitativ hochwertigen ambulanten ärztlichen und psychotherapeutischen Versorgung in Bayern beitragen.“

„Schwerstkranke Menschen müssen wissen, dass sie in ihren letzten Stunden nicht alleine gelassen werden und bis zuletzt eine bestmögliche Betreuung erhalten. Ich hoffe deshalb, dass das Projekt in Erlangen viele Nachahmer findet“, lobte Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin Melanie Huml den Preisträger Dr. Markus Beier, der die Auszeichnung gemeinsam mit Dr. Inge Schwemmle, 1. Vorsitzende des Hospiz Verein Erlangen, entgegennahm.

„In der letzten Phase des Lebens geht es vor allem darum, die Lebensqualität, Würde und Selbstbestimmung des Patienten zu erhalten und zu fördern“, beschreibt Dr. Beier das Ziel der Erlanger Initiative, die vom Hospiz Verein Erlangen e.V. und den Hausärzten Erlangen und Umgebung e.V. getragen wird.

Zwar gibt es bereits die Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung (SAPV), doch die SAPV-Teams stoßen häufig an ihre Belastungsgrenzen – und sind in vielen Fällen auch gar nicht notwendig, wenn es sich nicht um Schwerstkranke handelt. Diese Versorgungslücke soll das vom Bayerischen Hausärzteverband geförderte und im Mai 2015 gestartete Projekt „Vernetzte Allgemeine Ambulante Palliativversorgung“ schließen. Dabei werden die bereits vor Ort existierenden Strukturen aus niedergelassen Ärzten, Hospizvereinen, Heimen und Pflegediensten miteinander vernetzt. Im ersten Schritt werden für jeden Patienten ein individueller Notfallplan und ein verbindliches Behandlungskonzept entwickelt, das um einen telefonischen 24-Stunden-Rufdienst des betreuenden Hausarztes ergänzt werden kann.

Dr. Beier: „Aktuell sind in dem Projekt 27 Hausärzte, 19 Pflegedienste und Heime sowie drei Hospizvereine beteiligt. So konnten wird bereits über 150 Patienten betreuen und dabei in jedem Fall den Willen des Patienten erfüllen, wie den Wunsch, nicht in einer Klinik, sondern daheim zu sterben. Außerdem konnten wir 180 Notarzteinsätze und 82 Krankenhauseinweisungen verhindern. Ohne den Hospiz Verein Erlangen wäre diese Arbeit jedoch nicht möglich gewesen. Das große finanzielle Engagement des Hospiz Vereins Erlangen hat entscheidend zum Gelingen beigetragen. Mein großer Dank geht deshalb an die Hospizkoordinatorinnen und die vielen Helferinnen und Helfer, die sich ehrenamtlich engagieren, um unsere Patienten in der letzten Phase ihres Lebens würdevoll zu begleiten. Hausärztinnen und Hausärzte sowie Hospizvereine gehören in der allgemeinen ambulanten Palliativversorgung unabdingbar zusammen.“

Ansprechpartner Presse: Torsten Fricke, Tel. 0171-41 58 329 / Ruth Sharp, Tel. 089-12 73 27 70

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