Dr. Markus Beier neuer Vorsitzender des Bayerischen Hausärzteverbandes

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  • Dr. Dieter Geis einstimmig zum Ehrenvorsitzenden des Bayerischen Hausärzteverbandes ernannt
  • Wahlen zum Vorstand: 1. Stellvertreter Dr. Jürgen Büttner, 2. Stellvertreterin Dr. Petra Reis-Berkowicz, Schatzmeister Dr. Wolfgang Ritter, Schriftführerin Dr. Beate Reinhardt
2018 11 26 Geschäftsführender Vorstand kZum Vergrößern bitte klicken.

München/Nürnberg, 26. November 2018 – Generationswechsel beim Bayerischen Hausärzteverband: Mit großer Mehrheit haben die Delegierten am Wochenende in Nürnberg Dr. Markus Beier aus Erlangen zum 1. Vorsitzenden des Bayerischen Hausärzteverbandes gewählt. Der 47jährige Facharzt für Allgemeinmedizin war seit 2014 1. Stellvertretender Vorsitzender und folgt auf Dr. Dieter Geis (Randersacker/Unterfranken), der nicht mehr kandidierte. Ebenfalls auf eine erneute Kandidatur verzichtet hat der 2. Stellvertretende Vorsitzende, Dr. Jakob Berger aus Herbertshofen (Schwaben).

Zum 1. Stellvertreter wurde der langjährige Schatzmeister Dr. Jürgen Büttner aus Roth (Mittelfranken) gewählt. 2. Stellvertreterin ist Dr. Petra Reis-Berkowicz, die bislang Schriftführerin des Verbandes war. Die Fachärztin für Allgemeinmedizin aus Gefrees (Oberfranken) ist zudem Vorsitzende der Vertreterversammlungen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung in Berlin und der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns in München.

Neu in den Geschäftsführenden Vorstand gewählt wurden Dr. Wolfgang Ritter (München) in das Amt des Schatzmeisters und Dr. Beate Reinhardt (Effeltrich/Oberfranken), die das Amt der Schriftführerin bekleidet. Von der neuen Führung des Bayerischen Hausärzteverbandes wurde Dr. Ernst Engelmayr erneut zum Beirat für Fortbildungsangelegenheiten (Fortbildungsbeauftragter) des Geschäftsführenden Vorstands ernannt und vom Landesvorstand im Anschluss einstimmig bestätigt.

2018 11 26 Dr. Beier gratuliert Ehrenvorsitzenden Dr. Geis kZum Vergrößern bitte klicken.

In Würdigung seiner Verdienste für die bayerischen Hausärztinnen und Hausärzte wurde anschließend Dr. Dieter Geis einstimmig vom Landesvorstand zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Dr. Geis hatte die Führung des Verbandes nach dem Scheitern des Ausstiegs aus dem Kollektivsystem und der fristlosen Kündigung der Hausarztverträge durch alle gesetzlichen Krankenkassen Anfang 2011 in für viele Praxen existenzbedrohenden Zeiten übernommen. Dr. Geis gelang es, Hausarztverträge mit allen Krankenkassen durchzusetzen und den Bayerischen Hausärzteverband wieder als ernstzunehmenden Partner für Politik und Krankenkassen zu etablieren. Nur so konnte die Politik überzeugt werden, die elementaren Hausarztverträge über die Abschaffung des Absatz 5 a im § 73 b Sozialgesetzbuch V wieder zu stärken.

„Im äußeren Auftreten ruhig, aber im Inneren unbeirrbar und hartnäckig – für Dr. Dieter Geis steht die Unabhängigkeit der bayerischen Hausärztinnen und Hausärzte stets an erster Stelle. Unter seiner Führung ist es gelungen, all das zurückzuholen, was uns zusteht“, lobte sein Nachfolger Dr. Markus Beier den neuen Ehrenvorsitzenden.

Dr. Gerald Quitterer, Präsident der Bayerischen Landesärztekammer, schrieb per Grußbotschaft an Dr. Geis: „Die Wiedererlangung der Reputation des Bayerischen Hausärzteverbandes nach 2010 ist Deinem Geschick und Deiner unermüdlichen und vor allem zielführenden Arbeit in Politik, den Körperschaften und bei den Krankenkassen zu verdanken. Du hast Deinen Anteil daran, dass es jetzt an (fast) allen medizinischen Fakultäten in Bayern einen Lehrstuhl für Allgemeinmedizin gibt.“

Dr. Wolfgang Krombholz, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns, würdigte die Unterstützung durch den Bayerischen Hausärzteverband: „Dr. Dieter Geis hat mir seine hundertprozentige Unterstützung zugesichert und immer Wort gehalten. So konnten wir aktuell die Bereitschaftsdienstreform umsetzen, die zu einer deutlichen Dienst-Entlastung für die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte führt.“

Zuvor hatte der erste Ehrenvorsitzende des Bayerischen Hausärzteverbandes, Dr. Oskar Kapp, in einem Schreiben dem Vorstand vorgeschlagen, Dr. Geis den Ehrenvorsitz anzutragen.

Dr. Markus Beier stellte der Delegiertenversammlung seine künftige Strategie als Verbandsvorsitzender in Anlehnung an die neue hochmoderne Fernsehtechnik als „4K-Modell“ vor. Er kündigte an, seinen kommunikativen Stil nach innen und außen beizubehalten, sich um die Sorgen und Nöte der Hausärztinnen und Hausärzte zu kümmern, Verhandlungen mit anderen Partnern im Gesundheitssystem konstruktiv zu führen, dabei aber immer eine klare Kante zu zeigen und für die Positionen der Hausärzteschaft zu kämpfen. Dr. Markus Beier: „Wir Hausärztinnen und Hausärzte sind das Herz und das Gehirn des Gesundheitssystems. Der Bayerische Hausärzteverband steht für die Selbstständigkeit, für den Erhalt der Freiberuflichkeit sowie für eigene Verträge, die wir autonom leben. Zum Wohle unserer Patientinnen und Patienten übernehmen wir Verantwortung und sind bereit, Beständigkeit und Veränderung zu leben.“

Die Worte wurden von der Delegiertenversammlung durch eine Reihe von Beschlüssen untermauert. So fordert der Bayerische Hausärzteverband die Bundesregierung auf, Änderungen im aktuellen Entwurf des Terminservice- und Versorgungsgesetzes vorzunehmen und Versicherte, die sich in einen Hausarztvertrag einschreiben, über einen Bonus oder eine Zuzahlungsbefreiung zu belohnen. In einem weiteren Beschlussantrag warnen Bayerns Hausärzte vor einem ungebremsten Ausbau von Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) und der Übernahme durch nichtärztliche Kapitalinvestoren. Auch Versuche von Kliniken, die ambulante Versorgung auszubauen, um so neue Einnahmequellen zu Lasten der niedergelassenen Ärzte zu erschließen, stoßen bei der Haus-ärzteschaft auf klaren Widerspruch. Bei der Digitalisierung sehen die Hausärzte dagegen durchaus positive Aspekte, oberstes Ziel müsse aber „der Erhalt des Vertrauensverhältnisses zwischen Patient/in und Hausarzt/in sein“.

Ansprechpartner Presse: Torsten Fricke, Tel. 0171-41 58 329 / Heike Blümmel, Tel. 089-12 73 927-0

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