Statement zur Forderung nach mehr Sprechstunden - Dr. Beier: „Schlag ins Gesicht für alle Hausärztinnen und Hausärzte“

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2016 Dr. BeierZum Vergrößern bitte klicken.

München, 20. Dezember 2018 – Der Bayerische Hausärzteverband weist die Forderung des Vize-Vorstandsvorsitzenden des GKV-Spitzenverbands Johann-Magnus von Stackelberg nach Praxisöffnungszeiten an den Wochenenden als haltlos zurück.

Dr. Markus Beier, Vorsitzender des Bayerischen Hausärzteverbandes: „Die Äußerungen offenbaren, dass Herr von Stackelberg entweder ahnungslos ist oder bewusst Fake-News verbreitet. Tatsache ist, dass Patienten in Bayern auch außerhalb der normalen Praxisöffnungszeiten versorgt sind. Allein in Bayern haben wir 110 Bereitschaftspraxen, die auch an den Wochenenden und Feiertagen geöffnet sind und für über 99 Prozent der Bürgerinnen und Bürger in weniger als 30 Minuten Fahrzeit erreicht werden können. Außerdem gibt es einen Fahrdienst, der von uns niedergelassenen Ärzten gestellt wird, um Patienten jederzeit auch zu Hause zu versorgen. Hierfür gibt es die einheitliche Rufnummer 116 117. Nur für lebensbedrohliche Notfälle sollten Patienten direkt in die Notfallaufnahme gehen oder den Rettungsdienst rufen.“

Hinzu kommt, dass auch die Praxen ihr Sprechstundenangebot bereits deutlich erweitert haben, und zwar im Zug der Hausarztzentrierten Versorgung (HzV). Dr. Beier: „Gerade für Berufstätige bieten alle HzV-Praxen weitere Sprechstunden nach Feierabend oder an Samstagen an. Statt zu polemisieren, sollte Herr von Stackelberg die im Gesetz festgeschriebenen Hausarztverträge mehr fördern.“

Bereits jetzt arbeiten die Hausärztinnen und Hausärzte laut einer Untersuchung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung im Schnitt über 52 Stunden pro Woche. Dr. Beier: „Viele von meinen Kolleginnen und Kollegen sind bereits heute an ihrer Belastungsgrenze. Uns mangelnde Leistungsbereitschaft zu unterstellen, ist absurd und ein Schlag ins Gesicht für alle Hausärztinnen und Hausärzte. Es ist auch ein fatales Signal für den Nachwuchs. Solche Polemik schreckt ab, sich als freiberuflicher Arzt niederzulassen. Wir Hausärztinnen und Hausärzte sind rund um die Uhr für unsere Patienten da – im Gegensatz zu den Krankenkassen, die ihre Geschäftsstellen pünktlich schließen.“

Ansprechpartner Presse: Torsten Fricke, Tel. 0171-41 58 329 / Heike Blümmel, Tel. 089-12 73 927-0

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