Neuer Bezirksvorstand Oberpfalz will hausärztlichen Nachwuchs fördern

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München, 15. März 2019 – Neuer Bezirksvorsitzender Oberpfalz des Bayerischen Hausärzteverbandes ist der hausärztliche Internist Dr. Stefan Semmler aus Lappersdorf im Landkreis Regensburg. Zu seinem Stellvertreter wurde Dr. Peter Deinlein, Allgemeinmediziner aus Kemnath im Landkreis Tirschenreuth gewählt. Für beide Hausärzte steht die Nachwuchsförderung im hausärztlichen Bereich ganz oben auf der Prioritätenliste.

„Wir brauchen mehr Medizinabsolventen“, sagt der neue Bezirksvorsitzende Dr. Semmler. „Die Universitätskliniken haben noch genügend Nachwuchs, aber in der Peripherie kommt der nicht mehr an. Es ist höchste Zeit, die Anzahl der Medizinstudienplätze wieder auf den Stand vor 1990 zu erhöhen. Denn die Zeiten der „Ärzteschwemme“, die damals Anlass war, die Medizinstudienplätze um ein Drittel zu reduzieren, sind längst Geschichte. Außerdem brauchen wir endlich auch in Regensburg einen Lehrstuhl für Allgemeinmedizin, damit die Medizinstudierenden frühzeitig mit dem Fach in Berührung kommen und das interessante und breite Spektrum der Allgemeinmedizin kennenlernen“, fordert er.

Der stellvertretende Bezirksvorsitzende Dr. Peter Deinlein praktiziert im von Unterversorgung bedrohten Landkreis Tirschenreuth und weiß aus erster Hand, dass zu wenige Medizinabsolventen in ländliche Regionen gehen. „Für Hausärzte in den ländlichen Regionen der Oberpfalz, die in den Ruhestand gehen wollen, wird es immer schwerer, Nachfolger für ihre Praxen zu finden. Weiterbildungsverbünde sind ein richtiger Schritt, um junge Ärztinnen und Ärzte für eine Weiterbildung in unserer Region zu gewinnen, aber sie müssen besser gelebt werden“, so Dr. Deinlein, der selbst in seiner Praxis weiterbildet. „Es gibt genügend Fördertöpfe für den ärztlichen Nachwuchs, aber es fehlt das Know-how, damit die Gelder so eingesetzt werden, dass eine Weiterbildung Allgemeinmedizin und die spätere Niederlassung auf dem Land attraktiv für den Nachwuchs wird. Deshalb möchte ich mich gerne mit meinen Erfahrungen einbringen“, kündigt er an.

„Die Errichtung von einem Medizinischen Versorgungszentrum nach dem anderen ist beispielsweise nicht die einzige Antwort auf den Wunsch junger Ärzte, im Angestelltenverhältnis zu arbeiten. Eine Alternative sind Filialpraxen, die den Vorteil haben, dass die Praxisstandorte in den Gemeinden erhalten bleiben und die hausärztliche Versorgung nicht zentralisiert wird“, erläutert er.

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