Ärzte-Hopping: Steuerung statt Sanktionen

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Pressestatement

zur Äußerung von KBV-Chef Dr. Andreas Gassen, es könne dauerhaft kaum jedem Patienten sanktionsfrei gestattet bleiben, jeden Arzt jeder Fachrichtung beliebig oft aufzusuchen.

 

München, 10.09.2019: „Es stimmt, dass wir in Deutschland mit rund 18 Arzt-Patienten-Kontakten je Einwohner und Jahr im internationalen Vergleich ganz oben liegen“, erklärt Dr. Petra Reis-Berkowicz, 2. stellvertretende Vorsitzende des Bayerischen Hausärzteverbandes.

„Die Lösung besteht aber nicht darin, Patienten für den 3. oder 4. Arztbesuch zu sanktionieren. Patienten müssen effektiv gesteuert werden, so wie wir es bereits seit Jahren mit der Hausarztzentrierten Versorgung (HZV) umsetzten - und das auf freiwilliger Basis“.

An der HZV teilnehmende Patienten wenden sich bei medizinischen Problemen immer zuerst an den von ihnen gewählten Hausarzt. Dieser kann sie in den allermeisten Fällen erfolgreich behandeln. Wird die Expertise eines Spezialisten benötigt, überweist der Hausarzt an den geeigneten Facharzt und hilft in dringenden Fällen bei der Terminvermittlung.

Dr. Reis-Berkowicz: „Die jüngste wissenschaftliche Evaluation des HZV-Vertrags der AOK Baden-Württemberg bestätigt: HZV-Patienten gehen seltener ohne Überweisung zu einem Facharzt. Hochgerechnet konnten im Jahr 2016 unter den HZV-Versicherten der AOK Baden-Württemberg mehr als 9000 Krankenhauseinweisungen vermieden werden. Auch in Notaufnahmen sieht man HZV-Versicherte seltener – weil die Versorgung in der HZV insgesamt koordinierter und besser auf die Gesundheitsprobleme der Versicherten abgestimmt ist. So vermeiden wir Doppeluntersuchungen und Ärzte-Hopping“.

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