Impfen in Apotheken: „Wir sehen keinen Bedarf, die Grippeimpfleistung auf andere Berufsgruppen auszuweiten“

Veröffentlicht am .

bhaev logo cmyk

 

 

 

Pressestatement

 

 

München, 30.07.2020: Prinzipiell begrüßt der Bayerische Hausärzteverband die Intention des Gesetzgebers, mit dem im März dieses Jahres in Kraft getretenen Masernschutzgesetz die Impfquote auch in Hinblick auf die bestehenden Corona-Epidemie deutlich anzuheben. Für die Versorgung der bayerischen Bevölkerung mit Standard- und Indikationsimpfungen sieht der Geschäftsführenden Vorstand des Bayerischen Hausärzteverbandes derzeit aber keinen Bedarf, die Grippeimpfleistung auf andere Berufsgruppen auszuweiten.

„Die Ursache für die niedrige Influenza-Impfrate in Deutschland liegt nicht an der fehlenden Infrastruktur durch die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte in Deutschland bzw. Bayern, sondern an der mangelnden Bereitschaft in der Bevölkerung, die vorhandenen Möglichkeiten zur Grippeimpfung in Anspruch zu nehmen. Daher würden wir uns eine stärkere Unterstützung in der öffentlichen Aufklärung und bei nachhaltigen Werbemaßnahmen durch die Politik wünschen“, erklärt Dr. Markus Beier, Vorsitzender des Bayerischen Hausärzteverbandes. „Am Rande sei erwähnt, dass es weder akzeptabel noch nachvollziehbar ist, wenn die Impfleistung in der Apotheke deutlich höher als in einer Arztpraxis vergütet wird.“

Hintergrund: Im März dieses Jahres trat in Deutschland das Masernschutzgesetzt in Kraft. Mit diesem Gesetz wurde nicht nur eine Pflichtimpfung gegen Masern für bestimmte Personengruppen in die Wege geleitet, sondern auch regionale Modellvorhaben zur Verabreichung von Grippeschutzimpfungen in Apotheken. Ziel des Gesetzgebers ist es, die Impfquoten zu verbessern. In Deutschland ist die Grippeimpfrate mit 35 Prozent im Vergleich mit dem europäischen Nachbarn deutlich geringer. Angestrebt wird eine Grippeimpfrate von 75 Prozent.

Nordrhein-Westfalen hat in der vergangenen Woche als erste Region einen Modellversuch auf den Weg gebracht. Ab September 2020 können 100 Apotheken daran teilnehmen. Das Projekt ist auf drei Jahre angelegt. Um in der Apotheke gegen Grippe impfen zu dürfen, müssen die Apotheker eine spezielle Fortbildung absolvieren.

Der Bayerische Apothekerverband bereitet gerade in einer Modellregionen in der Oberpfalz ein entsprechendes Modellprojekt vor.

Pressestatement als PDF