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Dr. Hans Erich Singer wurde vergangene Woche (25.01.2017) als Vorsitzender des Bayerischen Hausärzteverbandes im Bezirk Mittelfranken wiedergewählt. Er tritt nun seine dritte Amtszeit an. Im Interview lässt er die größten Erfolge seiner letzten Amtsperiode als Bezirksvorsitzender Revue passieren und erläutert, wo er Schwerpunkte seiner Verbandsarbeit in den kommenden vier Jahren sieht.

Herr Dr. Singer, Glückwunsch zu Ihrer Wiederwahl als mittelfränkischer Bezirksvorsitzender. Wie sehen Ihre Pläne für die kommende Amtszeit aus?

Dr. Singer: Da geht es zum einen darum, an die Erfolge der zurückliegenden vier Jahre anzuknüpfen, zum Beispiel beim Thema Bereitschaftsdienst.

Was konnte hier bislang erreicht werden?

Dr. SingerEs ist uns gelungen, die Bereitschaftsdienstzeiten für die Hausärztinnen und Hausärzte in Mittelfranken deutlich zu reduzieren, auf weniger als ein Drittel der ursprünglichen Dienstzeit. Wenn Sie beispielsweise meine Bereitschaftsdienstgruppe nehmen, da war jeder von uns 2013 noch rund 780 Stunden im Einsatz – zusätzlich zum normalen Praxisbetrieb, versteht sich. Jetzt liegen wir bei 200 bis 250 Bereitschaftsdienststunden im Jahr. In Phase 2 der Bereitschaftsdienstreform wollen wir verstärkt Bereitschaftsdienstpraxen einrichten als zentrale Anlaufstellen für die Patienten außerhalb der Sprechzeiten.

Wie sieht es mit der Förderung des hausärztlichen Nachwuchses in Mittelfranken aus?

Dr. Singer: Auch da haben wir große Fortschritte gemacht. Inzwischen gibt es neun Weiterbildungsverbünde in Mittelfranken – wir können also in Mittelfranken fast flächendeckend eine Verbundweiterbildung anbieten. Außerdem konnten wir neue Niederlassungsmöglichkeiten für Hausärzte schaffen durch die Anpassung der Vorgaben zur Bedarfsplanung aus Berlin. Der Mittelbereich Nürnberg wurde so aufgeteilt, dass zusätzliche Hausarztsitze entstanden sind. 

Der Nachwuchsförderung kommt natürlich auch die Sicherung und Weiterentwicklung der Hausarztzentrierten Versorgung (HzV) der letzten Jahre zu Gute, ebenso wie die konstruktive Sacharbeit des Bayerischen Hausärzteverbandes in den Gremien innerhalb der KV Bayerns, beispielsweise beim hausärztlichen KV-Honorar und der Abschaffung der Heilmittel-Regresse. Beides Punkte, die auch in den kommenden vier Jahren wieder eine große Rolle meiner Arbeit als Bezirksvorsitzender spielen werden.

Wo sehen Sie weitere Schwerpunkte Ihrer Verbandsarbeit?

Dr. Singer: Berufspolitisch wichtig sind die Wahlen zur Bayerischen Landesärztekammer im kommenden Herbst. Das war mit ein Thema der Bezirksmitgliederversammlung am 25. Januar. Hier sind vor allem auch die Bezirksdelegierten und –ersatzdelegierten gefragt, sich in ihren jeweiligen Wahlkreisen aufstellen zu lassen, damit wir weiterhin eine starke hausärztliche Interessensvertretung in der Bayerischen Ärztekammer haben. Außerdem ist die Arbeit in den Kammerausschüssen wichtig. Hier können sich auch Hausärztinnen und Hausärzte engagieren, die nicht Delegierte der Bayerischen Landesärztekammer sind.

Wo sehen Sie weitere Aufgaben der Delegierten und Ersatzdelegierten?

Dr. Singer: Sie sollten die Arbeit des Landesvorstandes kritisch begleiten und durch ihre Anregungen unterstützen, schließlich haben die Delegierten und Ersatzdelegierten den direkten Kontakt zu den Kolleginnen und Kollegen vor Ort. Wünschenswert ist auch, dass Bezirksdelegierte des Bayerischen Hausärzteverbandes an den Veranstaltungen des Deutschen Hausärzteverbandes teilnehmen, um die Interessen der bayerischen Hausärztinnen und Hausärzte im Bundesverband zu vertreten.

Ganz groß auf meiner Agenda für die kommende Amtszeit ist auch die Mitgliedergewinnung. Ich habe mit Dr. Jakob Berger, dem Bezirksvorsitzenden von Schwaben, gewettet, dass es Mittelfranken in den kommenden vier Jahren bei den Mitgliederzahlen im Vergleich der Bezirke wieder auf Platz 2 schafft – da bin ich natürlich auch auf die Unterstützung der mittelfränkischen Delegierten und Ersatzdelegierten angewiesen!