Neues aus dem Bezirk

Bezirks-Newsletter für München Stadt und Land im Juni 2018

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1. Neue Köpfe in der BLÄK, im ÄKBV und im Bezirk
2. Verschiedenes: Verlängerung der Sprechzeiten, Männerquote, Umsetzung der Telematikinfrastruktur, Fernbehandlungsverbot aufgehoben, Bürokratie soweit das Auge reicht, Bereit-schaftsdienstreform, MFA-Mangel
3. Kurz notiert

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

mit einer neuen Bundesregierung und mit einem Wechsel im Bundesgesundheitsministerium werden die Karten neu gemischt. Viele Themen kommen auf den Tisch und werden diskutiert. Die Tendenz, mehr von außen - also ohne Beteiligung der Selbstverwaltung - zu bestimmen, scheint sich abzuzeichnen.

Wir Hausärzte wissen, wie schwer es für uns ist, innerhalb des KV-Systems als Primärversorger für alle medizinischen Fragen anerkannt zu werden. Da heißt es von fachärztlicher Seite schnell: „Das können wir doch alles auch und noch besser“ oder „Die Hausärzte versorgen die alten Menschen, aber wir Fachärzte, wir machen Geriatrie!“.

Nein, liebe Kolleginnen und Kollegen, das ist mit uns nicht zu machen. Wir wissen, was wir tagtäglich an wertvoller Medizin für unsere Patienten leisten. Und deshalb ist es gut, wenn der Hausärzteverband auch außerhalb der KV, gegenüber der Politik und den Kassen, unsere Fahne hochhält. Es ist gut und wichtig, über den EBM hinaus im Rahmen der HzV sinnvolle Verträge zu verhandeln. Sie sind ökonomisch gut und ein wichtiges Steuerungsinstrument für die Patienten, das auch zu mehr Qualität führt. Wie auch zuletzt von der DEGAM (Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin) in ihrem aktuellen Positionspapier formuliert, ist unser Ziel eine “hochwertige und generell hausärztlich koordinierte Primärversorgung“.
Der Hausärzteverband ist in Deutschland und in Bayern heute so gut politisch verankert und vernetzt, dass wir den neuen Gesundheitsminister und die gesundheitspolitisch aktiven Abgeordneten konstruktiv in diesem Sinne begleiten können.

Liebe Kolleginnen und Kollegen, falls Sie noch nicht Mitglied sind: Unterstützen Sie uns, werden Sie Mitglied im Bayerischen Hausärzteverband! Tel.: 089/12739270 oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Einen Antrag auf die Mitgliedschaft finden Sie hier.


1. Neue Köpfe

Wir freuen uns sehr, dass Dr. Gerald Quitterer, Bezirksvorsitzender des Bayerischen Hausärztever-bandes in Niederbayern, zum neuen Präsidenten der Bayerischen Landesärztekammer gewählt wurde. Wir wünschen Gerald Quitterer alles Gute und eine glückliche Hand im neuen Amt!

Wir freuen uns, dass Dr. Andreas Durstewitz im Ärztlichen Kreisverband München zum 3. Vorsitzenden gewählt wurde. Auch er ist ein würdiger Vertreter der Hausärzte an dieser Stelle.

Wir freuen uns, Dr. Eike Böhme als neuen Delegierten in unserem Bezirk zu haben. Er ist für Frau Dr. Margit Kollmer nachgerückt, die sich außerhalb von München niedergelassen hat. Wir wünschen Margit für die Zukunft in der neuen Praxis Freude und Erfolg und danken ihr für ihre Mitarbeit und ihr Engagement im Bezirk München.



2. Verschiedenes

2.1 Verlängerung der Sprechzeiten von 20 auf 25 Stunden

Für viele Hausärztinnen und Hausärzte ein Hohn: Wir arbeiten bereits heute weit über die regulären Arbeitszeiten hinaus. Insofern haben wir hier kein Problem. Aber dann muss auch die Vergütung um 25 % erhöht werden, damit unsere bislang quasi unbezahlten Überstunden auch angemessen vergütet werden.

2.2 Brauchen wir eine Männerquote?

Der Frauenanteil unter Allgemeinmedizinern steigt stetig. Derzeit liegt der Anteil bei ca. 70 %. Im Schnitt haben die Schülerinnen bessere Zugangschancen zum Studium auf Grund der besseren Abiturnoten („das muss Mann neidlos zugestehen“). Der Beruf der Hausärztin ist attraktiv, weil wir heute mit die flexibelsten Arbeitszeiten bieten, insbesondere im Angestelltenverhältnis. Aber auch Männer haben ein Recht, Hausarzt zu werden. Hier gilt es aus unserer Sicht einerseits, die Zugangsmöglichkeiten zum Studium zu vervielfältigen, zum anderen muss auch der Beruf des Hausarztes als Vollzeitjob und ggf. Hauptverdiener attraktiv sein. Dies bedeutet u.a., dass der Hausarztberuf auch ohne Selbstaufopferung (60 Arbeitsstunden in der Woche passen nicht zur heute angestrebten Work-Life-Balance) finanziell attraktiv sein muss. Dies ist entgegen vieler Behauptungen weiterhin nur sehr eingeschränkt der Fall.

2.3 Umsetzung der Telematikinfrastruktur (TI)

Ob die e-Card am Ende tatsächlich das Herzstück der TI wird, ist fraglich. Zumindest werden auch im Gesundheitsministerium wieder unterschiedliche Varianten diskutiert. Unabhängig davon wurden – nicht zuletzt dank der Initiative des Bayerischen Hausärzteverbandes - die drohenden Zusatzkosten beim Erwerb der Komponenten abgewendet. Ende Mai einigten sich Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und GKV-Spitzenverband unter Vermittlung des Bundesschiedsamtes darauf, die Förderung für die Anbindung an die TI im 3. Quartal 2018 anzuheben. Statt der ursprünglich vorgesehenen 1.155 Euro für den erforderlichen Konnektor und ein Kartenterminal, die weit entfernt von einer Kostendeckung lagen, erhalten Ärzte nun 2.154 Euro für die beiden Komponenten, wenn in ihrer Praxis der erste Versichertenstammdatenabgleich noch im 3. Quartal 2018 stattfindet. Diese Summe soll kostendeckend sein. Die Umsetzung läuft also weiter.

2.4 Fernbehandlungsverbot aufgehoben

Beim 121. Deutschen Ärztetag ist das Fernbehandlungsverbot aufgehoben worden. D.h., dass Sie in begründbaren Fällen fernbehandeln dürfen, auch ohne den Patienten persönlich zu kennen. Cave: In Bayern muss der Beschluss erst noch umgesetzt werden. Aus unserer Sicht eine potentiell gefährliche Situation für alle Niedergelassenen. Wir, der Bayerische Hausärzteverband, werden angesichts möglicher negativer Konsequenzen zusammen mit der KVB genau ausloten, welche rechtlichen Rahmenbedingungen evtl. zusätzlich nötig sind, damit nicht am Ende in- oder ausländische Konzerne mit einer „24x7x365-Onlinesprechstunde“ z.B. die Fallscheine junger Patienten „klauen“ oder unser Budget durch zusätzliche Behandlungen im Quartal in den Keller reißen.

2.5 Bürokratie soweit das Auge reicht

Telematikinfrastruktur, europäische Datenschutzverordnung, Laborreform sind nur einige Beispiele für das, was uns derzeit die Luft zum Atmen nimmt. Derzeit geschieht genau das Gegenteil von dem, wofür wir kämpfen. Wir wollten, dass Sie, die Hausärztinnen und Hausärzte, wieder mehr Zeit für Ihre Patienten haben. Tatsache ist, dass ca. 1/3 unserer Belegschaft nur noch administrativ tätig ist. Je kleiner die Praxis, desto schwieriger sind die Anforderungen zu stemmen. Wir fordern hier alle Beteiligten, insbesondere die KBV und das Gesundheitsministerium, auf, alle Anforderungen, die erlassen werden, auf Machbarkeit hin zu überprüfen. Die Bürokratie ist dabei, sich zum größten Nachwuchskiller überhaupt zu entwickeln. Was in den Kliniken begonnen hat, scheint jetzt voll auf die Niedergelassenen bis in die kleinste Einheit durchzuschlagen.

2.6 Bereitschaftsdienstreform

Seit 29.05.2018 gelten die neuen Bereitschaftsdienststrukturen in München. Sicher ist es zu früh für eine endgültige Beurteilung. Fest steht: es sind deutlich weniger Pflichtdienste zu leisten. Auch die Onlineabgabe-Tauschbörse funktioniert sehr gut. An dieser Stelle ein Dank an die KVB, Dr. Wolfgang Krombholz und seine Mitarbeiter, für die Bewältigung dieser Mammutaufgabe. Gewisse Defizite gab es bei der Vergabe der Dienste für niedergelassene Kollegen, die gerne zusätzliche Dienste übernehmen möchten. Hier wird es auf unser Wirken hin Neuerungen bei der Erstellung des nächsten Dienstplanes geben. Wenn Sie interessiert sind, fragen Sie einfach bei der KVB nach. Auch die Einführung einer Entschädigung für Nachtstunden, in denen nur sehr wenige Einsätze sind, halten wir für einen ersten wichtigen Schritt, der weiter ausgebaut werden sollte.

Am KH Barmherzige Brüder, KH Bogenhausen und KH Harlaching stehen den Patienten drei neue Bereitschaftspraxen zur Verfügung. Auch die Öffnungszeiten haben sich insgesamt geändert. Genau-eres unter www.bereitschaftsdienst-bayern.de.

2.7 MFA-Mangel in München

Wir haben beim Bayerischen Hausärztetag in Würzburg einen Antrag eingebracht, der auch mit großer Mehrheit angenommen wurde: Insbesondere die Landesärztekammer, aber auch der BHÄV sollen eine Initiative zur Gewinnung von MFAs starten. Was auf dem Land der Ärztemangel ist, ist bei uns in München der Mangel an qualifizierten medizinischen Fachangestellten.

3. Kurz notiert

  • Influenzaimpfstoff 2018/2019: Nur noch tetravalente Impfstoffe empfohlen, die Kassen haben mit mindestens drei pharmazeutischen Unternehmen Preisvereinbarungen geschlossen. Ob damit ein Engpass vermieden werden kann, bleibt abzuwarten.
  • Seit 1. Mai gibt es Generika mit dem Wirkstoff Ezetimib (Original Ezetrol) auch als Kombination mit Simvastatin
  • Fortbildung „Migrationsmedizin – Erfahrungen und Ergebnisse der letzten drei Jahre in München – Aus der Praxis für die Praxis“ am Mittwoch, 20.06.2018, 15.00 – 20.00 Uhr, Hörsaal der Anatomischen Anstalt der LMU, München, 5 CME Punkte, Anmeldung und weitere Informationen er-hältlich per Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Den Veranstaltungsflyer mit detailliertem Programm und Anmeldeformular finden Sie hier.

 

Kontakt: Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! Fax: 089/6252710   Fax: 089/6252710

Wir freuen uns jederzeit über Ihre Unterstützung auch bei den Aktivitäten im Bezirk München!


Oliver Abbushi                           Christoph Grassl

Delegierte:

Andreas Durstewitz       Peter Hauber        Günther Holthausen        
Friedrich Kiener Georg-Eike Böhme Tanja Poenitsch
Daniel Pohl Wolfgang Ritter Hans-Joachim Willerding


Ersatzdelegierte:

Christina Adamczyk     Markus Frühwein     
Zuzanna MacDonald Viktoriya Mintser
Rudolf Schäfer Michael Weber

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