Neues aus dem Bezirk

„Sehr gut vernetzt in alle Richtungen“

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Im Rahmen der Bezirksmitgliederversammlung am 24.10.2018 wählten die im Bayerischen Hausärzteverband organisierten Münchner Hausärztinnen und Hausärzte den Bezirksvorstand, die Bezirksdelegierten und Ersatzdelegierten für die kommenden fünf Jahre (das Wahlergebnis finden Sie hier).

Der wiedergewählte Bezirksvorsitzende Dr. Oliver Abbushi nutzte die Gelegenheit, am Wahlabend eine positive Bilanz der Verbandsarbeit der vorausgegangenen Jahre zu ziehen. „Wenn ich zurückblicke, dann sehe ich heute einen deutlich in sich gefestigten Hausärzteverband, der sehr gut in alle wichtigen Richtungen vernetzt ist“, sagte er.

Er würdigte die Verdienste der Landesvorstandsmitglieder, allen voran Dr. Dieter Geis, Dr. Markus Beier und Dr. Jakob Berger, betonte aber auch den Anteil, den die Münchner Mitglieder, Bezirksdelegierte ihre Vertreter an diesem Erfolg hatten und haben.

So sind die Münchner Hausärztinnen und Hausärzte durch ihn und seinen Kollegen Dr. Christoph Grassl in der Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) vertreten. Auch aus den Wahlen des  Ärztlichen Kreis- und Bezirksverband (ÄKBV) sowie der Bayerischen Landesärztekammer (BLÄK) im Herbst vergangenen Jahres ging die Münchner Hausarztliste nach einem engagierten

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Wahlkampf erfolgreich hervor und konnte 11 Mitglieder in die Delegiertenversammlung des ÄKBV (Dr. Durstewitz in den Vorstand) und 5 Mitglieder in die BLÄK-Delegiertenversammlung entsenden, die dazu beitrugen, mit Dr. Gerald Quitterer wieder einen Hausarzt an die Spitze der BLÄK zu wählen.

„Auch außerhalb dieser Gremien werden wichtige Gespräche geführt und Kontakte gepflegt“, berichtete Dr. Abbushi und nannte hier beispielhaft Dr. Fritz Kiener, Dr. Günter Holthausen, Dr. Eike Böhme und Dr. Wolfgang Ritter. Mit Dr. Abbushi und Dr. Pohl sind die Münchner Hausärzte zudem im Vorstand des Gesundheitsbeirates der Stadt München am Referat für Gesundheit und Umwelt vertreten.

„Münchner Hausärztinnen und Hausärzte haben in den vergangenen Jahren unzählige Fortbildungen gestemmt“, kam Dr. Abbushi auf einen weiteren Bereich von Verbandsaktivitäten zu sprechen. Neben ihm selbst waren hier Dr. Grassl, Dr. Hans Joachim Willerding, Prof. Jörg Schelling und Dr. Markus Frühwein besonders eingebunden.

Außerdem haben der Münchner Bezirksvorstand und die Münchner Bezirksdelegierten einen Newsletter etabliert, der über berufspolitische Entwicklungen und Verbandsaktivitäten informiert. „An all diesen Positionen und über all diese Kanäle vertreten wir hausärztliche Interessen, insbesondere die der Münchner Hausärztinnen und Hausärzte“, fasste Dr. Abbushi zusammen. Relevante Themen seien aktuell beispielsweise der Erhalt der privaten Bereitschaftspraxen, die Abrechnung der NäPa auch für kleinere Praxen, der MFA-Mangel, die Verhinderung von Honorarkürzungen bei den Stadtärzten zur Förderung von Landärzten und die Zusammenarbeit mit den Universitäten. „Wir haben wissenschaftliche Studien initiiert und begleitet, die die wichtige Rolle des Hausarztes, insbesondere auch in der Notfallversorgung untermauern“, nannte er ein Beispiel und hob an dieser Stelle das besondere Engagement der Ersatzdelegierten Dr. Christina Adamczyk hervor.

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Dr. Abbushi skizzierte am Wahlabend auch die wichtigsten aktuellen Aufgaben des Bayerischen Hausärzteverbandes, bei denen die Münchner Verbandsvertreter in den kommenden Jahren mit anpacken werden, und verwies dabei auf einen Pluspunkt: „Unsere Interessen decken sich in den meisten Bereichen mit denen unserer Patienten – das ist eine Karte, die wir unbedingt ausspielen sollten“, sagte er. Beispielsweise, wenn es darum geht, die Hausarztzentrierte Versorgung (HzV) weiter auszubauen, die für die Existenz der Hausarztpraxen so wichtig ist. Einer der Hauptfaktoren, die über den Erfolg der HzV entscheiden, ist seiner Meinung nach die Attraktivität für Patienten, die durch einen Anreiz gesteigert werden sollte – dafür setzt sich der Bayerische Hausärzteverband schon seit langem bei Politik und Krankenkassen ein. Gleichermaßen wichtig sei es, die Attraktivität auch für die Hausärzte durch weniger Bürokratie und ein adäquates Honorar zu erhalten und bei der Politik mit innovativen und ökonomischen Aspekten für Unterstützung der HzV zu werben.

Einen weiteren Schwerpunkt für seine aktuelle Verbandstätigkeit und die seiner Münchner Kolleginnen und Kollegen sieht Dr. Abbushi darin, die Interessen der bayerischen Hausärztinnen und Hausärzte noch stärker als bisher im Deutschen Hausärzteverband zu vertreten  und Projekte zu unterstützen, die gerade auch aus dem Blickwinkel einer Bayerischen beziehungsweise Münchner Hausarztpraxis sinnvoll sind. „Ich denke da beispielsweise an die aktuelle Diskussion zu den Themen Impfen und Folgerezepte durch die Apotheken oder Etablierung eines HzV-Bonus“, konkretisierte er.

Für die kommenden Jahre sieht der im Amt bestätigte Münchner Bezirksvorsitzende den Kampf um den Erhalt unabhängiger freier Hausarztpraxen eine wichtige Aufgabe. Kapitalorientierte Investoren aus der hausärztlichen Versorgung herauszuhalten, sich für mehr Transparenz in den Zulassungsausschüssen bei der Genehmigung von Medizinischen Versorgungszentren und eine aus hausärztlicher Sicht sinnvolle Entwicklung der Digitalisierung des Gesundheitswesens einzusetzen, sind weitere Herausforderungen, mit denen Dr. Abbushi seinen Berufsverband in den kommenden Jahren konfrontiert sieht. „Die Digitalisierung darf uns gerne die Arbeit erleichtern, und unterstützen. Sie darf uns aber nicht wegrationalisieren“, erklärte er.

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Für die Durchsetzung dieser Ziele ist die Schlagkraft des Bayerischen Hausärzteverbandes entscheidend, und diese hängt stark von der Zahl und dem Engagement der Mitglieder ab. Den hausärztlichen Nachwuchs für eine Mitgliedschaft im Verband zu gewinnen, ist deshalb einer weiteres Ziel, bei dem Mitglieder und Delegierte des gefragt sind. „Wir müssen auch angestellte Hausärztinnen und Hausärzte in den Verband einbinden, ihnen ein politisches Zuhause geben“, ist Dr. Abbushi überzeugt.

Dazu müsse der Bayerische Hausärzteverband noch sichtbarer und präsenter werden. „Wir müssen regelmäßiger über wichtige Belange informieren und Stellung beziehen, beispielsweise zur Ausweitung der Sprechstunden, zur Datenschutzverordnung, zur Telematikinfrastuktur oder zum Erhalt  und Ausbau unserer Kompetenzen. Nur so können wir das erreichen was unser Landesvorstandsvorsitzender Dr. Dieter Geis immer sagt: Es muss für jede Hausärztin und jeden Hausarzt, egal ob selbstständig oder angestellt, eine absolute Selbstverständlichkeit sein, Mitglied in ihrer/seiner Interessensvertretung zu sein – dem Bayerischen Hausärzteverband.“

Auch hier sieht Dr. Abbushi seinen Berufsverband auf einem guten Weg. „Alle zusammen haben wir es zuletzt geschafft: Es ist uns gelungen, die Mitgliedszahlen trotz der schwierigen demographischen Situation zu steigern“, berichtete er.

Abschließend sprach er Dr. Christoph Grassl, langjähriger Bezirksvorsitzender und stellvertretender Bezirksvorsitzender in der vorangegangenen Amtszeit, seinen Dank für das große Engagement für den Verband aus. „Ohne ihn stünde unser Bezirk längst nicht so gut da. Erfolgreiche Wahlen gehen zum großen Teil auch auf sein Konto. Er ist ein wichtiger Vermittler in schwierigen, konfliktreichen Momenten, bei Richtungsentscheidungen im Verbands und auch im KV-Vorstand“, würdigte Dr. Abbushi den Kollegen.

 
2018 10 24 Bezirkswahl München Dr. Pohl Dr. AbbushiZum Vergrößern bitte klicken.

Dr. Christoph Grassl hatte sich nicht wieder zur Wahl des stellvertretenden Bezirksvorsitzenden aufstellen lassen. Wie schon 2013, als er als langjähriger Bezirksvorsitzender München nicht wieder kandidierte, um seinem jungen Kollegen Dr. Abbushi den Vortritt zu lassen, wollte er auch jetzt wieder den Weg für einen jüngeren Kollegen frei machen. Er wird den Bayerischen Hausärzteverband weiter als Bezirksdelegierter für München zur Verfügung stehen.

Im Anschluss an die Wahl gratulierte Dr. Abbushi allen gewählten Delegierten und Ersatzdelegierten. Insbesondere seinem neuen Stellvertreter Dr. Daniel Pohl, der sich bereits seit Jahren um den BHÄV verdient macht.