Neues aus dem Bezirk

Dr. Daniel Pohl: „Berufspolitik ist so etwas wie meine Passion geworden“

Veröffentlicht am .

Dr. Pohl 2Zum Vergrößern bitte klicken.

Bei der Bezirksmitgliederversammlung des Bayerischen Hausärzteverbandes am 24. Oktober in München wurde Dr. Daniel Pohl zum stellvertretenden Bezirksvorsitzenden gewählt. Sein Amtsvorgänger und langjähriger Münchner Bezirksvorsitzende Dr. Christoph Grassl hatte nicht mehr für ein Vorstandsamt kandidiert, um den Weg für einen Generationenwechsel frei zu machen, wie er selbst sagte.

Der Allgemeinmediziner Dr. Pohl ist als Hausarzt in Aschheim bei München niedergelassen und seit 2001 Mitglied im Bayerischen Hausärzteverband. Über sein neues Amt und seine berufspolitischen Ziele spricht er im Interview.

Herr Dr. Pohl, was hat Sie motiviert, als stellvertretender Bezirksvorsitzender in München zu kandidieren?

Dr. Pohl: Nach 17 Jahren als Mitglied im Verband, davon 11 Jahre als Bezirksdelegierter, wollte ich noch ein Stück mehr Verantwortung übernehmen. Das Engagement für den Verband, der Kontakt zu den Kolleginnen und Kollegen machen mir auch Spaß. Berufspolitik ist so etwas wie meine Passion geworden, ich vertrete hausärztliche Belange regelmässig in Kommissionen der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns, im städtischen Referat für Gesundheit und Umwelt sowie in der Bayerischen Landesärztekammer.

Was hat Sie 2001 überzeugt, dem Bayerischen Hausärzteverband beizutreten?

Dr. Pohl: Ich habe damals meine Weiterbildung Allgemeinmedizin begonnen, für mich war also klar, dass ich Hausarzt werden will. Da lag es nahe, im entsprechenden Berufsverband Mitglied zu werden, um Infos und Kenntnisse zum Thema Hausarzt aus erster Hand zu bekommen. Damals befand sich die Allgemeinmedizin – ähnlich wie heute wieder – im Aufbruch, ständig gab es Berichte in der Fachpresse. Da wollte ich einfach dabei sein.

2007 wurden Sie zum Bezirksdelegierten für München gewählt. Worin sehen Sie die Aufgaben eines Bezirksdelegierten?

Dr. Pohl: Als Delegierter bin ich Bindeglied zwischen der Verbandsführung und den Mitgliedern. Ich versuche, die Kolleginnen und Kollegen auf gemeinsame Ziele einzuschwören, animiere sie, beispielsweise an berufspolitischen Veranstaltungen und Qualitätszirkeln teilzunehmen, sich zu vernetzen. Dabei muss man heute andere Wege gehen als früher.

In wie fern?

Dr. Pohl: Als ich mich niederließ, waren Antrittsbesuche bei den umliegenden Praxen noch üblich. Ich habe mich damals allen Kolleginnen und Kollegen persönlich vorgestellt. Spätestens bei Diensteintei-lungstreffen des Bezirks hat man die neu niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen zu Gesicht bekommen. Das ist heute nicht mehr so. Jetzt laufen Kontakte zunehmend über die sozialen Medien, eine persönliche Ansprache gibt es kaum noch. Deswegen fördern wir im Bezirk München den persönlichen Austausch unter Kollegen.

Wo sehen Sie Schwerpunkte Ihres berufspolitischen Engagements als stellvertretender Bezirksvorsitzender des Bayerischen Hausärzteverbandes?

Dr. Pohl: Dazu gehört auf jeden Fall die Nachwuchsförderung. Medizinstudierende an den Hausarztberuf heranzuführen und auch an den Verband zu binden, ist eine schöne Herausforderung. Ich arbeite gerne mit jungen Menschen und habe für den Verband an Nachwuchsmessen mitgewirkt und an Podiumsdiskussionen teilgenommen. Für das kommende Jahr plane ich, ein „Forum junge Generalisten“ zu gründen, um den Austausch unter den angehenden Hausärztinnen und Hausärzten zu fördern und sie regelmäßig über Themen rund um die Niederlassung zu informieren.

Ein zweiter Schwerpunkt ist die Stärkung der Hausarztzentrierten Versorgung. Ich möchte die Weiterentwicklung der Honorare mit anschieben. Wir setzen uns im Bayerischen Hausärzteverband für die Honorierung der hohen Kompetenz der Hausärztinnen und Hausärzte ein, da auch die Vergütung stimmen muss.