Neues aus dem Bezirk

Newyearsletter 2019

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1. Bezirk und Landesverband stellen sich neu auf
2. Spahnsche Gesetzgebung reiner Populismus? Rettung durch die HzV?
3. Digitalisierung sinnvoll nutzen, Cave aktuelle Gesundheitsakten als Apps.
4. Kurz notiert
5. Termine

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

ein neues Jahr beginnt und ich wünsche Ihnen allen zusammen mit den Delegierten im Bezirk München Gesundheit, Erfolg und viele positive Momente im neuen Jahr - beruflich und privat.

Der Bezirk München und der Bayerische Hausärzteverband gehen mit neu gewählten Führungen und somit auch mit neuem Schwung ins Jahr 2019. Wir alle wollen uns auch 2019 für den Erhalt der hausärztlichen Versorgung und für die Verbesserung Ihrer Arbeitssituation in Ihren Praxen einsetzen. Bundesgesundheitsminister Spahn hat nach meinem Gefühl noch nicht die zentrale und unersetzliche Position der Hausarztpraxis in einem qualitativ hochwertigen Gesundheitssystem erkannt.

Die neue digitale Welt kommt langsam auch im Praxisalltag an. Wir sollten diese Welt kritisch sehen, sie aber doch annehmen und Nutzen daraus ziehen, denn sie wird unser aller Leben in Zukunft prägen. Ich möchte Sie alle ermuntern, sich Zeit zu nehmen, um sich mit diesem Thema regelmäßig zu beschäftigen. Digitalisierung kann man nicht an eine MFA delegieren. Wir müssen uns alle persönlich mit ihr auseinander setzen.


1. Bezirk und Landesverband stellen sich neu auf

Mit Markus Beier haben wir einen neuen Vorsitzenden im Bayerischen Hausärzteverband, der in sich berufspolitische Erfahrung und „jugendliche“ Dynamik (er ist 48 Jahre) vereint. Er war zuletzt als Vize die rechte Hand von Dieter Geis, dem wir sehr für seine Verdienste und Hingabe für die bayerischen Hausärztinnen und Hausärzte in den letzten acht Jahren als Vorsitzender danken. Schön, dass er uns als Ehrenvorsitzender weiter mit Rat und Tat zu Seite stehen wird. Eine weitere frohe Kunde ist, dass unser Münchner Delegierter Wolfgang Ritter in den Vorstand des Bayerischen Hausärzteverbandes gewählt und mit der wichtigen Aufgabe des Schatzmeisters betraut wurde.
Wir gratulieren dem gesamten neuen Vorstand sehr herzlich zur Wahl und wünschen Mut und eine glückliche Hand für die anstehenden Aufgaben.

Im Bezirk München wurde im November ebenfalls gewählt. Christoph Grassl war auf eigenen Wunsch für die Funktion des Stellvertretenden Vorsitzenden nicht mehr angetreten und so wurde unser langjähriger Delegierter Daniel Pohl zum neuen Stellvertreter gewählt. Ich selbst darf mich für das Vertrauen der Verbandsmitglieder sehr herzlich bedanken und freue mich, den Bezirk in den nächsten Jahren weiter führen zu dürfen. Ich möchte Christoph Grassl sehr herzlich für seine unermüdliche und loyale Arbeit für die Hausärztinnen und Hausärzte in München danken. Christoph bleibt uns zum Glück als Delegierter erhalten. Glückwunsch auch an dieser Stelle nochmals an alle gewählten Delegierten und Ersatzdelegierten. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit allen!

2.Spahnsche Gesetzgebung reiner Populismus?

Das Ziel der Bundesregierung, die Wartezeiten für Patientinnen und Patienten insbesondere bei den Fachärzten zu verkürzen, ist nachvollziehbar. Aus unserer Sicht sind die Lösungsansätze, die das Bundesgesundheitsministerium derzeit dazu wählt, leider jedoch strukturpolitisch und ökonomisch nicht durchdacht. Sie sind geeignet, die medizinische Versorgung insbesondere wirklich kranker Menschen weiter zu verschlechtern. Die zentrale Bedeutung der Hausarztpraxis wird weitgehend außer Acht gelassen.

Durch die vom Ministerium beabsichtigte Förderung offener Sprechstunden werden die in vielen Praxen aufgebauten, geordneten Versorgungsstrukturen, die nur eine Terminsprechstunde ermöglicht, kaputt gemacht. Dies trifft insbesondere chronisch kranke Patienten. Echte Notfälle werden in Hausarztpraxen und sollten auch in Facharztpraxen sowieso niemals abgewiesen werden.

Wenn Facharztpraxen in Zukunft offene Sprechstunden haben und für neue Patienten und Notfälle auch noch besser entlohnt werden, dann ist das auch eine schlechte Nachricht für alle chronisch kranken und zeitaufwendigen Patienten. Es ist ein Freibrief an alle Gesunden, noch mehr ungesteuert im Selbstbedienungsladen Gesundheitssystem umher zu hüpfen. Unsere Überweisungsscheine werden im Datenmüll landen und es wird voraussichtlich noch weniger Arztbriefe an die Hausarztpraxis geben.

Die hausarztzentrierte Versorgung im Rahmen der Hausarztverträge wird hier strukturpolitisch umso wichtiger und wir erhoffen uns hier eine Stärkung auch durch das Zutun bayerischer Politiker.

Im Bereich Notfallversorgung sind wir in Bayern in den letzten Jahren einen großen Schritt weiter gekommen. Hier darf jetzt auf keinen Fall quasi per Dekret alles wieder auf den Kopf gestellt werden.

3. Digitalisierung

Wir als Bayerischer Hausärzteverband - und das sollte auch jeder Einzelne von Ihnen tun - begleiten die Entwicklung insbesondere der Telematikinfrastruktur kritisch. Das große Problem ist und bleibt u.a. der Datenschutz. Dabei sollten wir die Digitalisierung zunehmend auch selbst gestalten und eigene Entwicklungen - ggf. auch in Kooperation mit anderen vorantreiben. Dies mit dem Ziel, explizit für die Hausarztpraxis entwickelte Tools zur einfacheren Praxisführung und zum Bürokratieabbau zu entwickeln.

Wir dürfen auch nicht riskieren, dass sich zum Beispiel bei der Fernbehandlung klammheimlich eine kapitalgesteuerte neue Versorgungsebene mit Nichtvertragsärzten entwickelt, die einfachere Fälle aus der Allgemeinen- und Notfallversorgung im großen Stil Online abschöpft. Deshalb meinen wir, dass wir dort, wo es sinnvoll ist, in Sachen Digitalisierung von der Bremse gehen müssen. Beispielsweise ist es ein großes Trauerspiel, dass die elektronische Gesundheitsakte gegen unseren Willen bei den Krankenkassen angesiedelt wird. 

Auch im Sinne unserer Patienten darf es nicht sein, dass dieselbe Stelle, die das Geld für ihre Behandlung bewilligt, auch deren Gesundheitsdaten verwaltet und wie im Falle der Techniker Krankenkasse (TK) jetzt auch noch eigene Ärzte einsetzt. Wir raten im Übrigen dringend von den aktuell kursierenden Online Patientenakten alla „Vivy“ ab. Beim Jahreskongress des Chaoscomputerclubs Ende Dezember wurde diese gleich mehrfache erfolgreich gehackt.

4. Kurz notiert

  • Ab Januar brauchen Patienten mit Pflegegrad 3, 4 oder 5 die ärztlich verordneten Krankenfahrten mit Taxi oder Mietwagen nicht mehr ihrer Krankenkasse zur Genehmigung vorlegen.
  • Neue GOP zur Beratung von Heimbewohnern bei der Versorgungsplanung: Für die Beteiligung an der Beratung erhalten Ärzte ab Januar eine Vergütung. Die neue Gebührenordnungsposition (GOP) 37400 ist mit 100 Punkten (10,82 Euro) bewertet und kann einmal im Behandlungsfall (Quartal) abgerechnet werden.
  • Bei Bedarf an psychoonkologischer Unterstützung für Ihre Patienten können Sie sich an die Bayerische Krebsgesellschaft e.V. (www.bayerische-krebsgesellschaft.de) wenden.

5. Termine

  • 17./18 Mai 2019: Bayerischer Hausärztetag in Regensburg
  • Vsl. 9. März 2019: Update Diabetologie in München (Organisation Bezirk München)
  • 13. Juli 2019: Tag der Allgemeinmedizin am Klinikum rechts der Isar
  • 04.03.2019: BENEFIZKONZERT zugunsten KREBSKRANKER MENSCHEN (Herkulessaal in München, weitere Informationen: www.bayerische-krebsgesellschaft.de

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

der Bezirk München versucht Ihrer aller beruflichen Interessen nach bestem Gewissen zu vertreten und durchzusetzen. Sie unterstützen uns am besten mit Ihrer Mitgliedschaft im Bayerischen Hausärzteverband (falls Sie nicht bereits Mitglied sind): Tel 089 1273927-10; Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Oder mit einer Spende an die „Stiftung Bayerischer Hausärzteverband“.

Wir freuen uns jederzeit über Ihre Unterstützung auch bei den Aktivitäten im Bezirk München

Kontakt: Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! Fax: 089/6252710


Oliver Abbushi                           Daniel Pohl

Delegierte:

Christoph Grassl     Andreas Durstewitz       Katharina Teubner       
Friedrich Kiener Georg-Eike Böhme Tanja Poenitsch
Wolfgang Ritter Hans-Joachim Willerding  


Ersatzdelegierte:

Günther Holthausen   Peter Hausber      Markus Frühwein
Ernst Engelmayr Viktoriya Mintser Jörg Schelling
Rudolf Schäfer Christina Adamczyk Nicolaus Sonnweber

Bezirks-Newsletter Juni 2018 als PDF zum Download