Neues aus dem Bezirk

Bezirks-Newsletter München Februar 2020

Veröffentlicht am .

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1. Die Wetterlage
2. Neuer Top HZV-Vertrag mit der Techniker Krankenkasse (TK)
3. Neuer EBM - worauf Sie achten sollten
4. Interessante Studie zum Screening auf Depression
5. Termine

 

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

das Jahr 2020 fängt für uns Hausärztinnen und Hausärzte gut an. Zumindest, was die politischen Vorzeichen angeht. Ich wünsche Ihnen aber auch für Sie ganz persönlich ein gutes Jahr mit hoffentlich positivem und gesundem Verlauf.

1. Die Wetterlage

Tatsächlich ist nach vielen berufspolitischen Wolken am Himmel die Sicht in den letzten Wochen wieder etwas freier geworden und gelegentlich zeigt sich sogar die Sonne.

Die Wolken sind weiter bedingt u.a. durch einen neuen EBM, der eigentlich, sinnvoller Weise die „sprechende Medizin“ stärken sollte und jetzt bestenfalls ein kleines Plus bedeutet. Von wegen Stärkung der sprechenden Medizin. Die KBV gibt mehr für das Sprechen, dafür wird aber der Ordinationskomplex und die Vergütung für die Sonographie gekürzt. Anstatt die Hausärzte zu stärken, sollen jetzt wieder Alle mehr „Sprechen“ dürfen.

Wolken sind weiter auch durch den drohenden Ausverkauf der ambulanten Medizin durch internationale Groß-Investoren bedingt. Hier muss dringend etwas geschehen, um diese Entwicklung zu stoppen! Auch die Spahnsche Gesetzgebung hält uns weiter in Atem. Hier sieht es aber so aus, dass unser aller verbandsseitiges Engagement Früchte getragen hat und die drohende Abwertung der Hausärzte, z.B. bei der Relevanz von Diagnosestellung, nicht umgesetzt wird. Vereinzelte Sonnenstrahlen zeigen sich auch in Sachen Notfallversorgung. Hier hat sich das Blatt gewendet. Die KV ist aktuell wieder hoch im Kurs. Sehr wichtig, für die Stellung von uns Niedergelassenen im Gesundheitssystem! Ja und ganz im Lichte steht der neue HZV-Vertrag mit der Techniker Krankenkasse (TK), der sich wirklich sehen lassen kann und politisch unglaublich relevant ist. Hier gilt es vielen zu danken, allen voran Markus Beier als Mitglied des Verhandlungsteams, der seit Übernahme des Vorsitzes im Bayerischen Hausärzteverband bereits vieles Wichtiges für uns alle erreichen konnte.

Danken möchte ich persönlich auch Stephan Pilsinger (MdB/CSU), der hier in München seinen Wahlkreis hat und selbst angehender Hausarzt ist. Er unterstützt die hausärztlichen Anliegen mit ganzer Kraft im politischen Betrieb in Berlin.

Und jetzt wieder zurück in die Praxis, natürlich nerven die unermüdlichen Neuerungen, die über unsere Praxen schauerartig herfallen. Immer wieder Neuerungen v.a. im Bereich Digitalisierung. Das ist ehrlich gesagt wirklich anstrengend. Nicht weil wir Digitalisierung ablehnen. Nein, ich persönlich bin immer gerne dabei, wenn es um neue moderne digitale Anwendungen geht, die z.B. die Kommunikation mit den Patienten erleichtern. Aber was uns so trifft, ist die viele Zeit, die wir hier investieren müssen. Und natürlich auch das Geld. Da geht es nicht nur um die Telematikinfrastruktur, sondern ganz generell um die IT-Sicherheit in der Praxis. Der Umgang mit Firewalls, Virusscannern, virtuellen Servern oder ähnlichen Produkten. Das kostet alles viel Geld und Hirnschmalz. Ich hoffe, dass es der KV gelingt, dass wir auch diese drastischen Mehrkosten für die Praxen refinanziert bekommen.

Kurz um, es wird nicht langweilig. Wir gehen gemeinsam in die neue Welt. E-Rezepte, digitale AU, elektronische Arztbriefe und Patientenakten. Einiges davon werden wir schon dieses Jahr sehen.

Wir, der Bayrische Hausärzteverband, werden genau darauf achten, dass das, was kommt, für die Praxen auch umsetzbar ist. Und vor allem werden wir darauf achten, dass die Hausärztin, der Hausarzt im Zentrum der Versorgung bleiben.

2. Neuer Top HZV-Vertrag mit der Techniker Krankenkassen (TK)

Genau wie in der analogen Gesundheitsversorgung muss die Hausarztpraxis auch im Zentrum der digitalen Gesundheitsversorgung zukünftig stehen. Der TK-HZV-Vertrag unterstützt Hausärztinnen und Hausärzte mit einem Innovationszuschlag für Digitalisierung, wenn eine Hausarztpraxis über drei von sechs digitalen Infrastrukturangeboten verfügt. Dazu zählen Online-Terminbuchungen, Videosprechstunden, die Nutzung eines eHeilberufsausweises sowie Dienste zur digitalen Arztvernetzung und der Anschluss an die TI. Weiter gibt es Zuschläge für besondere Betreuungsleistungen.
Die VERAH und telemedizinische Hausbesuche werden deutlich besser honoriert.

Durch die selektiv und ohne hohen Aufwand gestalteten Vertragsinhalte ist es nicht nur möglich, die Hausarztzentrierte Versorgung als freiwilliges Primärarztsystem zu sichern, sondern sie mit dem Ziel einer verbesserten Patientenversorgung auch innovativ und bedarfsgerecht weiterzuentwickeln.

Die Änderungen im TK-HZV-Vertrag seit 01.01.2020 im Überblick:

  • P2 (Grundpauschale) bei 43€ wird quartalsweise statt halbjährlich vergütet
  • P3 (Chronikerpauschale) in Höhe von 25 € für chronisch Erkrankte mit kontinuierlichem Betreuungsaufwand abrechenbar (keine Listen mehr)
  • Anhebung des VERAH-Zuschlags von 5,00€ auf 8,00€
  • Hausbesuche sind nun auch für Vertreterärzte abrechenbar
  • Neue Leistungen:
    • 1416: Besuch durch VERAH bei Einsatz telemedizinischer Ausstattung (32,00€)
    • Z1: Innovationszuschlag auf Grundpauschale (8,00€)
    • 00038 und 00039: Behandlung im Shared-Desicion-Making-Verfahren mit Einsatz von arriba bei Depressionen zzgl. Nachsorge
    • 00030-00037: Früherkennung und Nachsorge für LUTS, Diabetische Neuropa-thie, pAVK und Chronische Nierenkrankheit

3. Neuer EBM – worauf Sie achten sollten 

Ende 2019 haben sich KBV und Krankenkassen in Berlin auf eine „kleine“ EBM-Reform zum 01.04.2020 geeinigt. Neben einigen strukturellen Änderungen wurde die Bewertung aller Leistungen überprüft und an die aktuelle Kostenstruktur angepasst. Für uns Hausärztinnen und Hausärzte werden zwar Gesprächsleistungen (03230, 35100, 35110) etwas höher honoriert, aber insgesamt dafür andere Leistungen (z.B. 03000, 33042..) niedriger bewertet. Es bleibt im KV-System so beim „Rechte-Tasche-linke Tasche-Spiel“.

Einzelheiten unter www.kbv.de/html/weiterentwicklung-ebm.php

4. Interessante Studie zum Screening vor Depression – Bitte um Unterstützung

Die unter andrem an der TUM durchgeführte Studie untersucht ob ein Screening auf Depression in der Hausarztpraxis sinnvoll ist – und wenn ja, auf welchem Wege das am besten realisiert werden kann. Unsere Praxis hat bereits teilgenommen. Alles ist toll organisiert und für uns null Aufwand. Bei Interesse bitte melden bei Isabella Canella (089-614 65 89-19; Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)

5. Termine

11.03.2020: Hausärztliche Fortbildung zum Thema hormonelle Störungen in der Hausarztpraxis und update KHK. Ab 19:30 im Hofbräukeller, Innere Wienerstr.19, vstl. 4CME Punkte und 2x DMP.
Ich werde Ihnen aktuelle Informationen zu KV und BHÄV geben. Anmeldung unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

08./09.05.2020: Bayerischer Hausärztetag 2020 – Einladung kommt in Kürze per Post, bitte auch auf die Hinweise im Newsletter des Bayerischen Hausärzteverbandes achten. Sie sind noch kein Abonnent des Newsletters des Bayerischen Hausärzteverbandes? Einfach schnell anmelden unter www.hausaerzte-bayern.de - Button Newsletter anklicken und immer up-to-date sein.

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
der Bezirk München versucht, Ihrer aller beruflichen Interessen nach bestem Gewissen zu vertreten und durchzusetzen. Sie unterstützen uns am besten mit ihrer Mitgliedschaft im Bayerischen Hausärzteverband (Beitrittsformulare erhältlich unter Tel. 089/1273927-0 oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) oder eine Spende an die Stiftung Bayerischer Hausärzteverband (Infos auch unter 089/1273927-0).

Wir freuen uns jederzeit über Ihre Unterstützung - auch bei den Aktivitäten im Bezirk München!

Kontakt:
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!   Fax: 089/6252710

Oliver Abbushi                           Daniel Pohl

Delegierte:

Christoph Grassl     Andreas Durstewitz       Katharina Teubner       
Friedrich Kiener Georg-Eike Böhme Tanja Poenitsch
Wolfgang Ritter Hans-Joachim Willerding  


Ersatzdelegierte:

Günther Holthausen   Peter Hausber      Markus Frühwein
Ernst Engelmayr Viktoriya Mintser Jörg Schelling
Rudolf Schäfer Christina Adamczyk Nicolaus Sonnweber

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