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Hausarztvereine im Portrait: Der Hausarztverein Bayreuth - Stadt und Land

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Hausarztvereine leisten wichtige berufspolitische Arbeit auf lokaler Ebene, dienen der Vernetzung der Hausärzte vor Ort und sind Ansprechpartner für die lokalen Medien – so wie beispielsweise der „Hausarztverein Bayreuth - Stadt und Land“, der vor acht Jahren, am 18. April 2007, ins Leben gerufen wurde. Innerhalb weniger Tage traten damals 48 Kolleginnen und Kollegen bei. Heute gehören dem Verein 101 Mitglieder an. „Das entspricht einem Organisationsgrad von 85 bis 90 Prozent“, sagt Dr. Stefan Wirth, Vorsitzender des Zusammenschlusses.

Als eine wichtige, konkrete berufspolitische Aufgabe des Hausarztvereins Bayreuth Stadt und Land nennt er die Förderung des hausärztlichen Nachwuchses, das Werben für die hausärztliche Versorgung bei jungen Medizinern und Medizinstudierenden. So rief der Hausarztverein Bayreuth Stadt und Land gemeinsam mit der Klinikum Bayreuth GmbH 2008 unter dem damaligen Vereinsvorsitzenden und Gründungsmitglied Dr. Ingo Rausch den Weiterbildungsverbund Bayreuth ins Leben. „Derzeit nutzen vier Weiterbildungsassistenten unsere Verbundweiterbildung“, berichtet Dr. Wirth.
Eng mit der Nachwuchsförderung verknüpft ist ein weiterer berufspolitischer Schwerpunkt: Die Stellung der Hausärzte in Politik und öffentlicher Wahrnehmung zu verbessern, zum Beispiel als Ansprechpartner zu Fragen der hausärztlichen Versorgung. Hier nennt Dr. Wirth ein aktuelles Projekt: Im Auftrag der Bezirksregierung Oberfranken, so berichtet er, organisiert der Hausarztverein Bayreuth Stadt und Land die hausärztliche Versorgung von Flüchtlingen in der Erstaufnahmeeinrichtung in Bayreuth: Zweimal pro Woche finden hier dank des Engagements von Vereinsmitgliedern Sprechstunden für die Bewohner statt. Die Verständigung mit den Patienten ermöglichen dabei Dolmetscher.

Auch Leserbriefe können ein geeignetes Medium sein, um das Bild der Hausärzte in der Öffentlichkeit gerade zu rücken und auf Probleme hinzuweisen. Jüngstes Beispiel: Die Stellungnahme Dr. Wirths zu den Rückforderungen der AOK Bayern gegenüber rund 2700 Hausärztinnen und Hausärzten in einem Leserbrief, den der Nordbayerische Kurier am 07.03.2015 veröffentlichte.

Daneben versteht sich der Hausarztverein Bayreuth Stadt und Land auch als Plattform für den Austausch von Informationen und Meinungen. Das funktioniert im Allgemeinen per E-Mail. „Wenn zum Beispiel ein Kollege eine MFA sucht, kann er mir dazu eine E-Mail schicken, und ich leite sie dann weiter“, schildert Dr. Wirth das Prozedere. Eine eigene Website unterhält der Verein derzeit nicht. „Einen Internet-Auftritt muss man ja auch regelmäßig pflegen, das haut im Moment zeitlich nicht hin“, erklärt er.

Dr. Wirth ist als Vorsitzender des Hausarztvereins Bayreuth Stadt und Land auch erster Ansprechpartner. Er ist in seiner Praxis unter der Telefonnummer 0921  63207 oder per E-Mail unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! zu erreichen.