Neues aus dem Bezirk

Weißenstädter Gespräche: Im Teilen Oberfrankens ist jeder zweite Hausarzt über 60

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"Die ärztliche Versorgung im ländlichen Raum unter besonderer Berücksichtigung unserer Region" – so lautete das Thema des „Weißenstädter Gesprächs, zu dem die CSU-Seniorenunion am 12. November 2016 in das oberfränkische Städtchen geladen hatte.

Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin brachte gute und schlechte Nachrichten mit. Die schlechte: In Bayern ist jeder dritte Hausarzt über 60, in vielen ländlichen Regionen, gerade im nordöstlichen Teil Oberfrankens, sogar schon jeder zweite.

Die gute Nachricht: Die Staatsregierung hat das Problem erkannt. So berichtete die Ministerin von den Programmen, mit denen die Bayerische Staatsregierung gegenzusteuern versucht. Neben Stipendien für Medizinstudierende, die sich verpflichten, später mindesten fünf Jahre auf dem Land zu praktizieren, und Niederlassungsförderungen in nicht überversorgten Gebieten nannte Huml auch Ansprech- und Beratungsstellen, die geschaffen würden.

Dr. Petra Reis-Berkowicz, Vorstandsmitglied und Bezirksvorsitzende Oberfranken des Bayerischen Hausärzteverbandes, erinnerte daran, dass auch die Rahmenbedingungen für die Tätigkeit in der Praxis stimmen müssen. Die Reform des Bereitschaftsdienstes in Bayern ist aus ihrer Sicht ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Sie selbst müsse derzeit noch an die 50 Dienste mit rund 500 Stunden pro Jahr Jahr schultern – das wirke auf Nachwuchsmediziner, insbesondere Frauen, abschreckend. Um eine Zusammenlegung von Dienstbezirke käme man nicht herum.