Neues aus dem Bezirk

Querfeuer der AOK Bayern gefährdet Erfolg der Nachwuchsförderung in der Allgemeinmedizin

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Unter dem Titel „Kranker Streit mit Krankenkassen“ berichtete der Nordbayerische Kurier im Februar am Beispiel von Dr. Stefan Wirth, Hausarzt aus Bayreuth und Vorsitzender des Hausarztvereins Bayreuth - Stadt und Land e.V., über die Rückforderungen der AOK Bayern gegenüber rund 2700 Hausärztinnen und Hausärzten. In einem Leserbrief, den die Zeitung am 07.03.2015 abdruckte, nimmt Dr. Wirth, der sich auch als Delegierter für Oberfranken im Bayerischen Hausärzteverband engagiert, zu dem Artikel Stellung:

"Die Vorwürfe der AOK Bayern bezüglich der angeblichen Falschabrechnungen von Hausärzten wurden kürzlich in einer Eilentscheidung vom Sozialgericht München als unhaltbar beurteilt. Das Sozialgericht bestätigte das nicht vertragskonforme Verhalten bzgl. der finanziellen Rückforderungen der AOK Bayern und meldete zudem Zweifel an, ob die von der AOK Bayern angemeldeten Honorarkürzungen inhaltlich korrekt sind.

Dieses Verhalten einer Krankenkasse gegenüber den bayerischen Hausärzten gefährdet den Erfolg der intensiven Bemühungen der Hausärzteschaft, der Bayerischen Staatregierung, der Kommunen und Landkreise, junge Ärzte für das Fachgebiet der Allgemeinmedizin zu begeistern. Wie sollen sich junge Kolleginnen und Kollegen in Weiterbildung für den Hausarztberuf entscheiden, wenn von einer Krankenkasse - einer Körperschaft des öffentlichen Rechts - ständig Querfeuer kommen? Wir Hausärzte wollen nur in Ruhe und möglichst bürokratiearm unsere wichtige Arbeit für unsere Patienten tun.

Die Spitze der AOK Bayerns sollte einen Blick nach Baden-Württemberg werfen, wo die sinnvolle Hausarztzentrierte Versorgung von der dortigen AOK unterstützt wird, mit nachgewiesener besserer Versorgung insbesondere chronisch Kranker, nachgewiesenen Kosteneinsparungen wegen besser koordinierter Inanspruchnahme von Fachärzten und ohne Abschreckung für junge Mediziner, sich als Hausarzt niederzulassen. Gar nicht denken möchte ich an die horrenden Anwaltskosten für die AOK Bayern, die letztlich vom Beitragszahler getragen werden."