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Primärarztsystem vor der Tür

verfasst am 16. Januar 2026
Gastredner Tino Sorge (CDU, Bildmitte), Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium, ging auf die Pläne seines Hauses zur Umsetzung ein

Beim Neujahrsempfang des Hausärztinnen- und Hausärzteverbands am Mittwochabend in Berlin (15.01.2026) war das im Koalitionsvertrag vorgesehenen Primärarztsystem ein zentrales Thema. Tino Sorge (CDU), Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium, legte einen losen Zeitplan vor. Demnach sind erste Gespräche mit Vertretern der Hausärzteschaft und Bundesgesundheitsministerin Nina Warken Ende Januar geplant, und im Sommer soll ein Referentenentwurf dazu vorliegen.

Für den Hausärztinnen- und Hausärzteverband und seine Landesverbände sind das gute Nachrichten: „Wir Hausärztinnen und Hausärzte stehen bereit, um für die Akzeptanz des Primärarztsystems zu werben und es umzusetzen“, unterstrichen die Bundesvorsitzenden Prof. Nicola Buhlinger-Göpfarth und Dr. Markus Beier.

Sorges Andeutungen, dass es für Chroniker, die bereits regelhaft einen Facharzt aufsuchen, Ausnahmen geben solle und man Wege eröffnen müsse, „am System vorbei zu agieren“, sind für den stellvertretenden Bundesvorsitzenden und Landesvorsitzenden des Bayerischen Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes Dr. Wolfgang Ritter aber ein Hinweis, dass bei den anstehenden Gesprächen noch einiges an Überzeugungsarbeit zu leisten sein wird. „Je nachdem, wie weitreichend solche Ausnahmen und Hintertüren sein werden, könnte das die Vorteile eines echten Primärarztsystems wieder verwässern“, warnt er. „Wir müssen das Rad nicht neu erfinden, wir haben mit der HZV bereits ein echtes und funktionierendes Primärarztsystem. Unser Ziel muss sein, das auszubauen und zu stärken.“

Fotos: HÄV / Marco Urban