Grundsätzlich begrüßt der Vorsitzende des Bayerischen Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes Dr. Wolfgang Ritter, dass mit dem Fachdialog im Bundesgesundheitsministerium am 27. Februar ein wichtiger Auftakt zum Thema Primärversorgung erfolgt ist.
Die Zusammenfassung des Dialogs, wie sie nach dem Treffen auf den Seiten des Bundesgesundheitsministerium nachzulesen ist, lasse jedoch fehlende Wertschätzung ärztlicher Kompetenzen und eine fragwürdige Gewichtung digitaler Tools erkennen. „Darin wird die hausärztliche Versorgungsebene gleich mit einer digitalen Ersteinschätzung gesetzt und total ignoriert, dass wir Hausärztinnen und Hausärzte den Großteil der Beratungsanlässe fallabschließend behandeln“, kritisiert er.
Die digitale Ersteinschätzung sei im Grunde nur eine Terminvermittlungsstelle nach Anlass und Dringlichkeit. „In der falschen Hand kann sie jedoch die hausärztliche Ebene total aushebeln. Dann bekommen wir keine Primärversorgung im fachlichen Kontext, sondern ein reines Überweisungssystem“, warnt er vor den Folgen.