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München: Bezirks-Newsletter Februar 2026: Gemeinsam sind wir stark!

verfasst am 25. Februar 2026
Warum der BHÄV für die Hausärztinnen und Hausärzte so wichtig ist - und warum der BHÄV wiederum engagierte Hausärztinnen und Hausärzte braucht, ist ein zentrales Thema im aktuellen Bezirks-Newsletter München.

Themen:

    1. HZV Vertrag AOK mit deutlicher Aufwertung delegativer Leistungen
    2. Auch die Einzelpraxis in München profitiert von HÄPPI und HZV
    3. Warum der BHÄV für die Hausärztinnen/Hausärzte so wichtig ist - und warum wir Euch brauchen
    4. Kurzes Update zu Impfungen gegen Herpes Zoster und Mengingokokken ACWY
    5. Termine

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

die aktuelle Aufwertung der HZV durch die AOK sowie die Perspektive, bis 2027 einen neuen AOK-Vertrag zu etablieren, machen deutlich, wie effektiv das Engagement unseres Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes ist. Beides zeigt weiter, dass die AOK die HZV klar als Zukunftsmodel sieht und dass die vom BHÄV entwickelten Konzepte wie mehr Delegation und HÄPPI-Teampraxen absolut zukunftsorientiert sind. Warum diese Konzepte auch gerade Einzelpraxen in Städten wie München helfen, ist weiter unten zu lesen. Jetzt gilt es, ein funktionierendes Primärarztsystem zu entwickeln, das die Hausärztliche Versorgung stärkt und in den Mittelpunkt stellt. Auf Grund der dramatischen Finanzlage in der GKV wird es nicht nur strukturelle Veränderungen, sondern auch Kürzungen für Praxen (aktuell diskutiert wird die leidige TSVG-Vergütung für schnelle Facharzttermine) geben. Die Arbeit der Expertenkommission von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken läuft auf Hochtouren. Ohne die wichtigen Eingaben unseres Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes wäre die Hausarztpraxis kein Zukunfts-, sondern ein Auslaufmodel.

Deshalb bitte ich alle jungen Hausärztinnen und Hausärzte inklusive aller Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung um Unterstützung. Legt nicht die Hände in den Schoß, werbt für die Mitgliedschaft im Verband und bringt euch aktiv ein!

1. HZV Vertrag AOK mit deutlicher Aufwertung delegativer Leistungen

Mit 4 Mio. Euro zusätzlich pro Jahr unterstützt die AOK Bayern neue HZV-Leistungen. Diese Leistungen sehen einen Zuschlag pro Fall von 6 € vor, wenn ein/e PCM (Primary Care Manager/in) in der Praxis angestellt ist, die Aufwertung des Hausbesuches durch eine(n) PCM oder VERAH um 15 € pro Besuch sowie einen weiteren Zuschlag von 10 € pro Besuch, wenn man Telemedizin, zum Beispiel die Option auf Videobesprechung vorhält (siehe Infobrief vom 12.02.2026).

Damit wird der VERAH-Besuch mit 42 € ebenbürtig dem Arztbesuch honoriert (inkl. Wegepauschale). Diese Zuschläge bestätigen den Trend, die hausärztliche Praxis zunehmend als Team zu verstehen und die Leistungen nicht mehr ausschließlich vom persönlichen Arzt-Patientenkontakt abhängig zu machen. Diese Umstellung ist unumgänglich angesichts des demographischen Wandels!

2. Auch die Einzelpraxis in München profitiert von HÄPPI und HZV

Ein oft transportiertes Missverständnis ist, dass das Teampraxiskonzept HÄPPI und die HZV kleineren Einzelpraxen keine Vorteile bietet und dass der Hausärztinnen- und Hausärzteverband diese aus dem Blick verloren hat. Das Gegenteil ist der Fall. Im Zentrum des HÄPPI-Konzepts stehen der Ausbau von Digitalisierung und Delegation von Leistungen an qualifiziertes Praxispersonal. Damit kommen wir in den Einzelpraxen endlich weg vom „selbst und ständig“! Ihr müsst nicht mehr alles persönlich erledigen. Routinekontrollen der Chroniker beispielsweise, Versorgung leichter Infekte, Wundversorgung im Verlauf oder Hausbesuche (auch im Heim) kann zukünftig in enger Absprache qualifiziertes nichtärztliche Praxispersonal erledigen. Je höher die Qualifikation, desto mehr Leistungen können delegiert werden und desto höher werden die Zuschläge für die Praxen sein, so dass sich die Beschäftigung von VERAH und PCM auch für die Einzelpraxen rechnet. Hinzu kommt, dass es in Bayern bei HÄPPI verschiedene Ausbaustufen geben wird! Das heißt, man muss nicht alle Kriterien von Anfang an erfüllen, um HÄPPI-Praxis zu sein.

Auch die HZV stärkt Einzelpraxen, weil sie mittelbare Kontakte berücksichtigt und mehr in Pauschalen denkt. Das bedeutet auch hier weniger „selbst und ständig“ und weniger Bürokratie. Wenn ihr hier mehr und persönliche Informationen benötigt, wendet euch gerne an mich oder an die Geschäftsstelle (089/127392730)!

Festzuhalten ist: Wir als Bayerischer Hausärztinnen- und Hausärzteverband wollen die hausärztliche Versorgung in der Fläche erhalten und stärken. Einzelpraxen sind für den richtigen Mix unabdingbar! Das Ziel unserer Konzepte ist es, mehr Patienten mit den gleichen Zahlen an Hausärztinnen und Hausärzten versorgen zu können.

3. Warum der BHÄV für die Hausärztinnen/Hausärzte so wichtig ist - und warum wir Euch brauchen

Oft überlagern die Alltagsanforderungen alles und lassen kaum Zeit, sich über den Beruf und seine Zukunft Gedanken zu machen. Als Hausärztinnen und Hausärzte stehen wir im Zentrum der Versorgung – bei fast allen gesundheitlichen Fragen. Ein Primärarztsystem wie die HZV spiegelt das wider.

Was nun allerdings an Alternativvorschlägen zum von der Bundesregierung geplanten Primärarztsystem kommt, hat damit nicht viel zu tun. Ihr braucht beispielsweise nur beim „Bayerischen Fachärzteverband“ nachlesen (hier hieß es zuletzt, es gebe deshalb so wenige Termine bei Gebietsfachärzten, weil diese die Arbeit der Hausärztinnen und Hausärzte mitmachen müssten!) oder den Diskussionen in der KBV-Vertreterversammlung (mehrheitlich Gebietsfachärzte) zu lauschen. Dort unterliegt man dem Irrglauben, diverse Fachrichtungen könnten eine Primärversorgung leisten, die vergleichbar mit der umfassenden hausärztliche Versorgung ist.
Um wirksam gegensteuern zu können und die Profession Hausärztin/Hausarzt zu erhalten, zu verbessern und weiterzuentwickeln, brauchen wir das Bewusstsein, dass Ihr euren Berufsverband BHÄV unterstützt. Und wir brauchen Kolleginnen und Kollegen, die bereit sind, einen Teil ihrer wertvollen Zeit zu nutzen, um sich im BHÄV für die Zukunft ihres Herzensberufes einzusetzen.

Nachwuchsförderung, Niederlassung, HÄPPI, Weiterbildung, Fortbildung, Anstellung, Digitalisierung, Hausarztverträge, Gremien in der Politik, der KVB, der Bläk, u.v.m., all das sind Felder, in denen euer Verband BHÄV aktiv ist.

Ich möchte mich hier auch bei unseren unten aufgeführten Delegierten bedanken, es macht Spaß mit euch zu arbeiten und gelegentlich auch zu feiern!

4. Kurzes Update zu Impfungen gegen Herpes Zoster und Mengingokokken ACWY

Die Impfung gegen Herpes Zoster wird von der STIKO bei schwereren chronischen Erkrankungen schon ab 18 Jahren empfohlen. Die Verordnung muss dabei ab jetzt über den Sprechstundenbedarf erfolgen, auch bei Einzelverordnungen.

Die Impfung gegen Meningokokken ACWY wird jetzt für Kinder zwischen 12 und 14 Jahren empfohlen und soll bis zum Alter von 25 Jahren nachgeholt werden. Die aktuelle EBM- Abrechnungsziffer (seit dem 18.02.2026) ist die 89140 (11,67 €). Diese Ziffer ist eine Übergangslösung bis zum 18.08.2026, danach folgt eine neue Ziffer.

4. Termine

28.02.2026    Tag der Allgemeinmedizin der TU-München

06.- 08.03.2026    Bavarian Circle in Volkach/Unterfranken für Hausärztinnen und Hausärzte,
                               die neu niedergelassen in eigener Praxis sind oder die Niederlassung planen.

11.03.2026    Webinar inklusive Medizin von 16:00 bis 18:00, Kompaktschulung zur medizinischen
                        Versorgung von Menschen mit Behinderung. Anmeldung bei Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein..

17.-18.04.2026    Bayerischer Hausärztinnen und Hausärztetag in Regensburg
                              mit tollen Fortbildungen und am Samstag wichtigen Informationen.

16.04.2026   Start-up Allgemeinmedizin in Regensburg - alle Infos
                       für Studierende, WB-Assistenten und junge Fachärztinnen/Fachärzte.

Unterstützt uns, Euren BHÄV in München!

Ihr
Oliver Abbushi     Markus Frühwein

Kontakt: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Delegierte:

 Christoph Grassl                   Daniel Pohl           Friedrich Kiener   
 Andreas Durstewitz    Wolfgang Ritter       Katharina Teubner
 Georg-Eike Böhme Tanja Poenitsch     

Ersatzdelegierte:

Gudrun Endres-Sowa    Hans-Joachim Willerding        Jörg Schelling
Hannes Blankenfeld     Viktoriya Mintser        Christina Adamczyk 
Rudolf Schäfer     Ernst Engelmayr        Flora Wendel
Leopold von Seckendorff    Christiane Drescher