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Dr. Wolfgang Ritter: „Unsere Hausarztpraxen stehen nicht als Beta-Tester zur Verfügung".

verfasst am 27. Februar 2026
In einer Stellungnahme erklärt der BHÄV-Vorsitzende, warum der Landesverband Bayern "zu hundert Prozent" hinter der Forderung des Bundesverbands nach einer höheren TI-Pauschale steht.

„Es spricht Bände, wenn die Gematik in ihrer eigenen Studie als wichtigstes Ergebnis einräumen muss, dass die Digitalisierung im täglichen Praxisbetrieb oft zu Verdruss führt. Die täglichen Systemabstürze und Fehlermeldungen sind kontraproduktiv für eine erfolgreiche Digitalisierungsoffensive, die wir Hausärztinnen und Hausärzte grundsätzlich begrüßen“, erklärt Dr. Wolfgang Ritter. Der Landesvorsitzende des Bayerischen Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes nimmt damit Bezug auf die Studie „User Experience der Primärsysteme 2025“, die die Gematik vor wenigen Tagen vorgestellt hat. Dort heißt es unter Punkt 1 der wichtigsten Resultate: „Die Ergebnisse zeigen auch 2025 große Unterschiede in der Benutzerfreundlichkeit der verfügbaren Softwareprodukte.“ Weiter listet die Gematik in dieser Studie „lange Wartezeiten in der Hotline und das Fehlen von Serviceleistungen im Pauschalpreis“ auf. Nur ein Drittel der Praxisverwaltungssysteme werden in der Studie positiv bewertet.

Dr. Ritter: „Unsere Hausarztpraxen stehen nicht als Beta-Tester zur Verfügung. Wir erwarten von der Industrie, dass sie ausgereifte und unter Volllast getestete Produkte auf den Markt bringen. Unsere berechtigten Forderungen werden aber nur dann Wirkung zeigen, wenn die Industrie für fehlerhafte Produkte endlich auch zur Kasse gebeten wird. Die Gesundheitsministerin muss hier handeln. Wir als Bayerischer Hausärztinnen- und Hausärzteverband stehen dabei zu hundert Prozent hinter den Forderungen unseres Bundesverbandes.“