HPV-Impfgipfel: Gemeinsam für besseren Impfschutz
Impfen kann Leben retten – das gilt in besonderem Maße für die HPV-Impfung. „Die HPV-Impfung schützt vor mehreren schweren Krankheiten, unter anderem auch vor Krebsarten wie zum Beispiel Gebärmutterhalskrebs, Peniskrebs, Analkrebs und Krebs im Hals-Rachenraum“, erklärt Hausarzt Prof. Dr. Jörg Schelling. Umso bedauerlicher, dass dieser Impfschutz viel zu wenig genutzt wird. In Bayern sind gerade mal die Hälfte aller 15-Jährigen Mädchen und nur 30 Prozent der Jungs in diesem Alter vollständig geimpft – damit liegt der Freistaat sogar unter dem Bundesdurchschnitt.
Breites Bündnis für die Krebsprävention durch HPV-Impfung
Das will Bayerns Gesundheits-, Pflege- und Präventionsministerin Judith Gerlach ändern. Am 25. März 2026 lud sie zum HPV-Impfgipfel ins Staatsministerium, um ein breites Bündnis für die Krebsprävention durch Impfungen gegen Humane Papillomviren (HPV) zu bilden.
Für den Bayerischen Hausärztinnen- und Hausärzteverband (BHÄV) nahm Prof. Schelling teil, der sich im BHÄV-Vorstand als Beauftragter für Forschung und Lehre engagiert und den BHÄV auch in der Landesarbeitsgemeinschaft Impfen (LAGI) vertritt. „Wir Hausärztinnen und Hausärzte sehen in unseren Praxen, welches Leid diese Erkrankungen verursachen, die doch so einfach zu verhindern sind. Deshalb bin ich Ministerin Gerlach auch unendlich dankbar, dass sie dieses Thema aufgegriffen und den HPV-Impfgipfel organisiert hat, in den ich die hausärztliche Perspektive einbringen konnte“, sagt er.
Konkrete Maßnahmen für mehr Impfschutz
„Es ging darum, dass die Berufsverbände der wichtigsten impfenden Arztgruppen, aber auch die Krankenkassen, die Kassenärztliche Vereinigung und die Ärztekammer zusammenkommen und ganz konkret besprechen: Was haben wir schon getan und was können wir im nächsten Jahr machen“, beschreibt Prof. Schelling die Intention des Gipfels. Dass Staatsministerin Gerlach am Ball bleiben will und für nächstes Jahr einen zweiten HZV-Impfgipfel plant, um Bilanz zu ziehen und das weitere Vorgehen zu diskutieren, freut ihn besonders. Für den Bayerischen Hausärztinnen- und Hausärzteverband nimmt er vor allem drei Schwerpunkte als Hausaufgabe mit:
- Die Förderung eines strukturierten digitalen Impfmanagements
- Ein regelmäßiges Fortbildungsangebot zum Thema Impfen inklusive der HPV-Impfung
- Überzeugungsarbeit gegenüber Patientinnen und Patienten
Förderung digitaler Impferinnerungssysteme in einzelnen HZV-Verträgen
In allen drei Bereichen ist der BHÄV bereits aktiv, werde aber die Arbeit intensivieren, berichtet Prof. Schelling. So habe man im Rahmen der Hausarztzentrierten Versorgung (HZV) mit einzelnen Krankenkassen Förderungen digitaler Impferinnerungssysteme aushandeln können. „Wir würden uns natürlich freuen, wenn das Schule machen würde“, so Prof. Schelling. Und auch die PraxisApp „Meine hausärztliche Praxis“, die der BHÄV seinen Mitgliedern anbietet, kann zur Terminerinnerung und – Vereinbarung genutzt werden.
Dass der BHÄV regelmäßig Fortbildungen zum Thema Impfen anbietet, kann Prof. Schelling als Referent aus erster Hand bestätigen. Und Öffentlichkeitsarbeit in Sachen HPV-Impfung leistet der BHÄV unter anderem über Publikationen für Patientinnen und Patienten, zum Beispiel in der PraxisApp „Meine hausärztliche Praxis“, aber auch durch Teilnahme an Veranstaltungen wie der Bayerischen Impfwoche.
Authentizität überzeugt Patientinnen und Patienten
„Am Ende des Tages müssen natürlich auch wir Hausärztinnen und Hausärzte authentisch bleiben“, ist Prof. Schellings Erfahrung. Als Hausärztin oder Hausarzt könne man nur von Impfungen überzeugen, die man auch der eigenen Familie, den eigenen Kindern zumuten würde. „Und selbstverständlich möchte ich meine Familie vor Krebserkrankungen schützen, die durch HPV ausgelöst werden.“