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Interview mit Dr. Marc Metzmacher: „Es geht um die Mitgestaltungsmöglichkeit“

verfasst am 23. April 2026
Bei der Mitgliederversammlung Mittelfranken am 29. April stehen Wahlen des Bezirksvorstandes und der Delegierten an. Im Vorfeld dazu ein Interview mit dem aktuellen Bezirksvorsitzenden Dr. Marc Metzmacher.

Im Interview erklärt der Facharzt für Allgemeinmedizin, warum berufspolitisches Engagement wichtig ist, wofür er sich einsetzt und warum er sich erneut zur Wahl stellt.

Herr Dr. Metzmacher, Sie sind Vertreter einer neuen Hausarzt-Generation, die vor großen Umwandlungen im Gesundheitswesen steht. Ist das der Grund, warum Sie sich als Bezirksvorsitzender Mittelfranken in der Berufspolitik engagieren?

Dr. Metzmacher: Ja, wobei man schon dazu sagen muss, dass ich nicht mehr zur ganz jungen Generation von Hausärztinnen und Hausärzten gehöre, sondern zu den „mittelalten“ Vertretern. Aber entsprechend kenne ich noch die berufspolitische Situation vor 15 Jahren, als ich angefangen habe, und wieviel wir in der Berufspolitik zwischenzeitlich erreicht haben. Viele Sachen stehen wieder neu auf dem Prüfstand. Deswegen ist ein konsequentes Engagement für mich in der Berufspolitik weiterhin sehr wichtig.

Gab es bei Ihnen einen Auslöser für das Engagement in die Berufspolitik?

Dr. Metzmacher: Ich hatte die Berufspolitik zunächst nicht auf dem Schirm, aber der ehemalige Schatzmeister des BHÄV, Dr. Jürgen Büttner, ist aus meiner Region, und hat er mich angesprochen und sehr, sehr schnell für die Berufspolitik begeistert. 

Wahrung des Berufsstands, Vertretung von Interessen gegenüber Politik und Krankenkassen - was sind für Sie die darüber hinaus die wichtigsten Gründe, warum sich Hausärztinnen und Hausärzte berufspolitisch engagieren sollten?

Dr. Metzmacher: Wir Hausärztinnen und Hausärzte sind die Einzigen, die die Patientinnen und Patienten wirklich lange Zeit kennen und mit ihnen gemeinsam vertrauensvolle Entscheidungen über ihre gesundheitlichen Belange treffen können. Von den Gebietsärzten bekommen die Patientinnen und Patienten in der Regel Meinungen und aktuelle Empfehlungen aus einem spezifischen Fachgebiet mit spezifischen Vorgaben, die aber für die Patientinnen und Patienten möglicherweise gar nicht ausschlaggebend sind. Anders gesagt: Wir Hausärztinnen und Hausärzte entscheiden nicht, ob die Patientinnen und Patienten eine neue Hüfte bekommen, sondern entscheiden gemeinsam mit ihnen, wann sie eine neue Hüfte bekommen. Vielleicht braucht jemand gar nicht sofort eine neue Hüfte, sondern ist nur gerade nicht besonders gut beieinander und der Eingriff hat noch Zeit. Wer vernünftig ist, geht zuerst zu seiner Hausärztin oder seinem Hausarzt und bespricht gemeinsam mit ihr bzw. ihm die unterschiedlichen Möglichkeiten.

Warum ist so eine Mitgliederversammlung eine wertvolle Wissensbörse und warum sollte ich mich als Delegierte / Delegierter engagieren?

Dr. Metzmacher: Wer ärztlich tätig ist – in der Praxis oder in einem Krankenhaus - mit dem Ziel, irgendwann Hausärztin oder Hausarzt zu werden, tauscht sich in der Regel nur mit einem kleinen Personenkreis aus. Man hat eben nicht die Möglichkeit des Austauschs mit Personen, die nicht im selben Dunstkreis sind. Wenn man sich in Qualitätszirkeln austauscht, ist das eine sehr gute Möglichkeit der Horizonterweiterung. Überregional - insbesondere, wenn es um Berufspolitik geht - ist eine Mitgliederversammlung, wie wir sie nächste Woche in Mittelfranken veranstalten, eine sehr gute Gelegenheit, einfach mal über den normalen Tellerrand hinauszublicken und wichtige Informationen aus erster Hand zu bekommen. Insbesondere, weil auch unser Landesvorsitzender, Dr. Wolfgang Ritter, bei unserer Versammlung in Mittelfranken nächste Woche dabei sein wird.

Was waren in den letzten vier Jahren ihrer Amtszeit als Bezirksvorsitzender aus Ihrer Sicht die größten Highlights?

Dr. Metzmacher: Die Einführung der Telematikinfrastruktur war etwas, das uns sehr umfangreich beschäftigt hat, wobei ich auch die Möglichkeit hatte, in der Testregion Mittelfranken eine der Testpraxen zu sein und die Einführung der ePa und auch des eRezepts vorab auszuprobieren. Dabei konnte man manche Dinge im laufenden Betrieb verbessern.

Bezirksmitgliederversammlung Mittelfranken am 29. April in Erlangen