"Statt gezielter Reformen werden hier mit der Abrissbirne zentrale Versorgungsstrukturen zerstört"
Das Bundeskabinett hat gestern den Entwurf zum GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz (weitgehend) unverändert beschlossen. Trotz massiver Kritik der Hausärztinnen und Hausärzte und des gesamten Gesundheitswesens. Dazu der Landesvorsitzende des Bayerischen Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes, Dr. Wolfgang Ritter:
"Es ist für uns absolut nicht nachvollziehbar, dass wir Hausärztinnen und Hausärzte auf der einen Seite in Zukunft noch mehr Aufgaben übernehmen sollen und auf der anderen Seite genau an dieser Stelle massiv der Rotstift angesetzt wird.
Dass hausärztliche Praxen finanziell sanktioniert werden sollen, wenn sie mehr Patientinnen und Patienten in den nachgewiesenermaßen besser funktionierenden HZV-Verträgen koordiniert versorgen, torpediert die Umsetzung eines hausärztlichen Primärversorgungssystems.
Dagegen setzen wir uns zur Wehr. Insbesondere fordern wir die Bundesregierung auf, die vorgesehene Abstaffelung der Vergütung in der Hausarztzentrierten Versorgung (HZV) und teilweise Aufhebung der vor sechs Monaten eingeführten Entbudgetierung zurückzunehmen.
Die HZV ist ein erprobtes und wirksames Modell für eine koordinierte, wohnortnahe Versorgung. Wer diese bewährten Strukturen schwächt, gefährdet die angekündigte Umsetzung eines hausärztlichen Primärversorgungssystems. Statt gezielter Reformen werden hier mit der Abrissbirne zentrale Versorgungsstrukturen zerstört.“