Bundesweite Protestaktion gegen GKV-Spargesetz gestartet
„Das Spargesetz bedroht auch Ihre hausärztliche Versorgung“, lautet der Titel der großen Protestaktion, die Deutschlands Hausärztinnen und Hausärzte am Mittwoch gestartet haben. Dabei werden Patientinnen und Patienten aufgerufen, sich direkt per Email an die örtlichen Bundestagsabgeordneten zu wenden, um die katastrophalen Auswirkungen des geplanten GKV-Spargesetzes auf die hausarztzentrierte Versorgung doch noch zu verhindern. Dazu wurde unter www.hausarztpraxen-retten.de eine Kampagnenseite gestartet, über die die Patientinnen und Patienten per Eingabe der eigenen Postleitzahl ihre Empörung direkt an die jeweils örtlichen Bundestagsabgeordneten schicken können.
"Angedachte Kürzungen sind vollkommen plan- und wahllos"
„Dieses GKV-Spargesetz ist die größte politische Bedrohung für die hausärztliche Versorgung der letzten zwei Jahrzehnte. Die angedachten Kürzungen sind vollkommen plan- und wahllos. Damit legt man die Axt ohne Rücksicht auf Verluste an die Wurzel der hausärztlichen Versorgung“, hat Prof. Dr. Nicola Buhlinger-Göpfarth, Co-Bundesvorsitzende des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes, in der Pressekonferenz zum Start der Protestaktion gewarnt.
„Kurz vor der geplanten Einführung eines bundesweiten hausärztlichen Primärversorgungssystems das einzig existierende Primärversorgungssystem auszubremsen, ist vollkommen absurd“, kritisiert Dr. Markus Blumenthal-Beier, Co-Bundesvorsitzender des Hausärztinnen und Hausärzteverbandes, insbesondere die geplante Versorgungsbremse für die HZV. Demnach soll die Versorgung neu in einen Hausarztvertrag eingeschriebener Versicherter zunächst nur mit einem Abschlag vergütet werden.
Stellvertretend für die 50.000 Hausarztpraxen mit mehreren Millionen Patientenkontakten pro Tag warnen die beiden Bundesvorsitzenden, das GKV-Spargesetz sei „die Axt an der hausärztlichen Versorgung“ und gefährde „die Existenz der Hausarztpraxen in ganz Deutschland“.
Umfrage zeigt: Negative Auswirkungen auf hausärztliche Versorgung befürchtet
Untermauert wird die Kritik am GKV-Spargesetz auch mit einer Civey-Umfrage. Demnach erwarten 77 Prozent der Befragten, dass sich die geplanten Sparmaßnahmen im Gesundheitssystem negativ auf die hausärztliche Versorgung auswirken. Folgen seien weniger Zeit pro Patient (59,8 Prozent), längere Wartezeiten (59,7 Prozent), schwierigerer Zugang zu den Hausarztpraxen (48,1 Prozent) und schlechtere Behandlungsqualität (47,9 Prozent).
Über die Kampagnen-Website www.hausarztpraxen-retten.de können weitere Informationen abgerufen werden. Außerdem stehen für die Hausarztpraxen Materialien zum Download bereit, um die eigenen Patientinnen und Patienten über die verheerenden Auswirkungen des geplanten GKV-Spargesetzes direkt zu informieren.