Realistische und spannende Einblick in den Beruf der Hausärztin oder des Hausarztes auf dem Land
Auch während ihres Blockpraktikums, das Lara Weigel mit Unterstützung der Stiftung Bayerischer Hausärzteverband wieder in der Praxis von Anja Tischer und Dr. Volker Seitter im oberfränkischen Thurnau absolvierte, konnte sie viel praktisches Wissen mitnehmen und wertvolle Erfahrungen und Einblicke gewinnen.
Motivation
Ich habe mich bewusst für ein Blockpraktikum in einer hausärztlichen Praxis auf dem ländlichen Raum entschieden, da ich selber aus dieser Region stamme und es mir wichtig war, die medizinische Versorgung aus nächster Nähe kennenzulernen. Die Förderung durch die Stiftung Bayerischer Hausärzteverband hat mir die Durchführung des Praktikums in der Region zusätzlich erleichtert.
Tätigkeitsbeschreibung und fachliche Eindrücke
Wie bereits bei meinem ersten Praktikum wurde sich auch während des gesamten Blockpraktikums sehr viel Zeit genommen, um zum Beispiel die Vorgeschichten zu den jeweiligen Patientinnen und Patienten zu erzählen, die medizinischen Zusammenhänge verständlich zu erläutern und meine Fragen ausführlich zu beantworten. Dabei war es kein reines passives Beobachten und Zuhören, sondern ich wurde aktiv in den Arbeitsalltag mit eingebunden und durfte verschiedene Tätigkeiten übernehmen, was mir große Freude bereitete. Besonders wertvoll war für mich, dass ich täglich bei ausgewählten Patientinnen und Patienten zunächst selbstständig die Anamnese erheben und eine entsprechende körperliche Untersuchung durchführen durfte. Anschließend kam eine der Ärztinnen hinzu oder ich konnte sie gezielt dazuholen, um die Befunde gemeinsam zu besprechen und das weitere Vorgehen zu planen. Dies beinhaltete auch die entsprechende Dokumentation sowie das Ausstellen von Rezepten und Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen unter ärztlicher Anleitung.
Im Praxisalltag wurde mir immer wieder deutlich, wie viel Zeit sich für die einzelnen Patientinnen und Patienten genommen wird und welche große Rolle die kontinuierliche Beziehungsarbeit in der hausärztlichen Versorgung spielt. Der vertrauensvolle Umgang und das gegenseitige Vertrauen aufgrund der häufig langen bestehenden Beziehung zwischen der behandelnden Person und den Patientinnen und Patienten waren dabei spürbar. Die Patientinnen und Patienten werden als individuelle Personen ernst genommen und es wird auf die jeweiligen Wünsche, Sorgen und Anliegen der einzelnen Person eingegangen, so dass das Prinzip des Shared Decision Making nicht nur theoretisch, sondern tatsächlich im Gespräch mit den Patientinnen und Patienten gelebt und umgesetzt wird.
Nichtsdestotrotz wurde nicht nur der medizinische Alltag vermittelt, sondern auch offen über bestehende Probleme in der Patientenversorgung und im Gesundheitssystem wie den aktuellen Stand der digitalen Vernetzung, unzureichende Patientensteuerung oder die bürokratischen Arbeitslast gesprochen.
Betreuung vor Ort
Während des gesamten Praktikums habe ich mich sehr gut betreut gefühlt. Ich wurde bei allen Abläufen mitgenommen und erhielt jederzeit die Möglichkeit, aktiv mitzuwirken und praxisnah zu lernen. Da das gesamte Team stets offen, hilfsbereit und herzlich war, fühlte ich mich sofort wieder gut aufgehoben, was maßgeblich zu einer sehr positiven Lernerfahrung in einer wertschätzenden Atmosphäre beigetragen hat.
Fazit
Durch die Möglichkeit zur eigenständigen Arbeit in einem geschützten Rahmen sowie die viele Zeit, die sich für Erklärungen, Rückfragen und gemeinsame Besprechungen genommen wurde, habe ich mich während des Praktikums sehr gut betreut gefühlt. Man merkt, dass es im ehrlichen Interesse des Teams liegt, praktisches Wissen interessant und mit Motivation zu vermitteln und das Blockpraktikum für mich als Studentin lehrreich zu gestalten, was leider häufig nicht der Regelfall im Medizinstudium ist.
Ich konnte aus dieser Zeit viel praktisches Wissen mitnehmen und wertvolle Erfahrungen sammeln, was mir einen realistischen und spannenden Einblick in den Beruf der Hausärztin oder des Hausarztes - auf dem Land - ermöglicht hat.
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