„Ich konnte fachlich als auch menschlich viel lernen“
Sein Blockpraktikum in der Gemeinschaftspraxis Dres. Susanne und Stephan Gilliar in Nabburg erlebte der Medizinstudent Daniel Roiger nicht nur als fachliche Bereicherung. Was ihn besonders an der hausärztlichen Tätigkeit auf dem Land begeistert hat, schildert er in seinem Erfahrungsbericht.
Motivation
Meine Motivation für das Blockpraktikum in einer hausärztlichen Praxis auf dem Land war, einen authentischen Einblick in die allgemeinmedizinische Versorgung abseits der größeren Städte zu erhalten.
Betreuung vor Ort
In der Praxis wurde ich durch Frau Dr. Gilliar betreut. Sie nahm sich viel Zeit für mich, erklärte Hintergründe zu Diagnosen und Therapieoptionen und band mich aktiv in den Praxisalltag ein. Dadurch konnte ich sowohl fachlich als auch menschlich viel lernen. Während meines Praktikums konnte ich zum einen an der täglichen Sprechstunde teilnehmen, zum anderen praktische Fähigkeiten wie Blutabnahmen, Verbandswechsel und das Schreiben von EKGs erlernen und durchführen.
Viele Patientinnen und Patienten kannten die Hausärztin seit Jahren, was eine besondere Vertrauensbasis schuf und sich positiv auf die Zusammenarbeit auswirkte. Besonders eindrucksvoll zeigte sich diese Beziehung in den Anamnesegesprächen, in denen die Ärztin neben den körperlichen Beschwerden häufig auch auf das soziale Umfeld und die psychische Verfassung der Patienten einging und diese Faktoren mit in die Behandlung einbezog.
Tätigkeitsbeschreibung und Eindrücke
Für den Kurs Allgemeinmedizin sollten wir uns während dem Blockpraktikum mit einem besonderen Fall aus der Praxis auseinandersetzen und eine Epikrise darüber verfassen. Frau Dr. Gilliar schlug mir hierfür eine Patientin vor, welche schon mehrere schwere Erkrankungen hinter sich hatte und erst vor kurzem eine Subduralblutung erlitt. An einem meiner letzten Tage im Praktikum hatte ich die Möglichkeit, mit dieser Patientin und einer Angehörigen über ihre Erfahrungen mit der Erkrankung zu sprechen. Dabei betonte die Patientin immer wieder, wie wichtig ihr in dieser Zeit neben der medizinischen Versorgung auch die emotionale und zwischenmenschliche Zuwendung ist. Genau deshalb fühle sie sich bei ihrer Hausärztin so gut verstanden und aufgehoben. Das Gespräch mit der Patientin verdeutlichte mir noch einmal die Notwendigkeit, soziale und emotionale Komponenten in die Anamnese mit aufzunehmen, um die Patienten besser verstehen und behandeln zu können.
Fazit
Zusammenfassend war ich mit dem Blockpraktikum in der Praxis Dres. Gilliar sehr zufrieden, da ich einen guten Einblick in die ländliche hausärztliche Versorgung bekommen und viele neue medizinische Fertigkeiten erlernen konnte. Besonders beeindruckt war ich von der vertrauten Arzt-Patienten-Beziehung in der Praxis, die auf dem Land spürbar persönlicher ist als in vielen städtischen Bereichen.
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