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"Engere Patienten-Arzt-Bindung spricht für mich deutlich für eine spätere Tätigkeit auf dem Land"

verfasst am 02. Juni 2026
Ralf Wenninger studiert im achten Semester Medizin an der Universität Augsburg. Sein Blockpraktikum führte ihn in seine Heimat Donau-Ries in die Hausarztpraxis von Dr. Karl Wieser.

Über ein lehrreiches Blockpraktikum in der Hausarztpraxis Dr. Wieser in Oettingen im schwäbischen Landkreis Donau-Ries berichtet Medizinstudent Ralf Wenninger. Gefördert wurde er dabei von der Stiftung Bayerischer Hausärzteverband.

1. Motivation für Bewerbung um Förderung des Blockpraktikums auf dem Land

Ich heiße Ralf Wenninger und studiere im achten Semester Medizin an der Uni Augsburg. Dieses Semester stand für uns das zweiwöchige Blockpraktikum Allgemeinmedizin auf dem Programm. An der Uni Augsburg muss man aus allen teilnehmenden Praxen vier priorisierte auswählen. Da ich aus Mündling in der Nähe von Donauwörth komme, habe ich neben einer Praxis in Augsburg auch drei Praxen in der Nähe meines Elternhauses angegeben. So bin ich der Praxis Dr. Wieser in Oettingen zugeteilt worden. Aufgrund einer Informations-Email der Modulverantwortlichen wurde ich auf die Förderung der Stiftung Bayrischer Hausärzteverband aufmerksam. Hier werden Blockpraktika in der hausärztlichen Versorgung gefördert, wenn die Arztpraxis weit vom Hochschulort entfernt ist, sich im ländlichen Raum befindet und ihren Patientinnen und Patienten die hausarztzentrierte Versorgung anbietet. Dies war bei meiner Hausarztpraxis der Fall. Die Bewerbung für die Förderung war sehr unbürokratisch und die Zusage kam schnell.

2. Tätigkeitsbeschreibung und fachliche Eindrücke

An meinem ersten Praktikumstag wurde ich nett von Dr. Wieser und dem Praxisteam empfangen. Nach einer kurzen Begrüßung und Einführung begann auch schon die Sprechstunde, bei der ich immer dabei sein durfte. Meine Aufgabenbereiche waren Anamnese, körperliche Untersuchung, Fäden ziehen, Abdomensonographie, Spritzen verabreichen und Verbände wechseln. Auch bei einem Hausbesuch, der Atemschutzuntersuchung von Feuerwehrleuten und bei der Visite im Pflegeheim war ich dabei. Besonders überrascht hat mich, dass sich sehr viele Patientinnen und Patienten aufgrund von dermatologischen und orthopädischen Beschwerden vorstellen. Die Patientinnen und Patienten habe ich anschließend mit Dr. Wieser nachbesprochen und konnte noch Fragen dazu stellen.

3. Betreuung vor Ort

An meinem dritten Praktikumstag hat mich Dr. Wieser abends direkt mit zu einer Fortbildung über Schmerztherapie mitgenommen, bei der circa 20 Ärzte aus der Umgebung anwesend waren. Der Vortrag war sehr interessant und man konnte dort gut Kontakte knüpfen.

4. Unterkunft

Während des Blockpraktikums konnte ich in meinem Elternhaus übernachten, dass sich circa 25 km von Oettingen entfernt befindet.

5. Land und Leute

Da ich in der Nähe aufgewachsen bin, ist mir die Umgebung des Nördlinger Rieses bekannt, und auch der Dialekt der Patientinnen und Patienten war mir zum Glück nicht fremd. Besonders positiv aufgefallen ist mir die persönliche Beziehung, die Dr. Wieser zu seinen Patientinnen und Patienten pflegt. So kennt man in einer Hausarztpraxis auf dem Land die meisten Patienten persönlich und auch aus dem privaten Umfeld. Auf diese Weise erlangt man meiner Meinung nach eine engere Patienten-Arzt-Beziehung als in der oft anonymeren Großstadt. Dieser Punkt spricht für mich deutlich für eine spätere Tätigkeit auf dem Land.

6. Fazit

Insgesamt habe ich während meines Blockpraktikums sowohl fachlich als auch über das Thema Praxisführung viel gelernt und konnte einen ersten praktischen Einblick im Fachgebiet der Allgemeinmedizin gewinnen. Deshalb möchte ich mich bei Herrn Dr. Wieser und der Stiftung Bayrischer Hausärzteverband für die Unterstützung bedanken.

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