Dr. Wolfgang Ritter: Keine Sabotage an der HZV
"Zum einen garantiert die Hausarztzentrierte Versorgung unseren Patientinnen und Patienten den niederschwelligen Zugang zu ihrer hausärztlichen Praxis, zum anderen sichert sie die wirtschaftliche Basis unserer Praxen und bietet eine sinnvolle Perspektive für junge Kolleginnen und Kollegen, sich niederzulassen“, begründet Dr. Wolfgang Ritter, Landesvorsitzender des Bayerischen Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes, seinen Appell, gerade jetzt Patientinnen und Patienten einzuschreiben und so die Hausarztzentrierte Versorgung (HZV) zu stärken. Hintergrund ist das der umstrittene Entwurf zum GKV-Spargesetz, den das Bundeskabinett verabschiedet hat und der jetzt im Bundestag beraten wird.
Abschlag für neu Eingeschriebene wäre Versorgungs- und innovationsbremse
„Besonders kritisch sehen wir den geplanten Abschlag für Patientinnen und Patienten, die erst nach Inkrafttreten des Gesetzes neu in die HZV eingeschrieben werden. Dies bremst nicht nur die Versorgung, sondern auch Innovationen in der hausärztlichen Versorgung aus“, warnt Dr. Ritter. Er versichert, Bayerns Hausärztinnen und Hausärzte teilen das Ziel, das Gesundheitssystem nachhaltig auf sichere finanzielle Füße zu stellen. „Aber dafür muss die Politik die HZV stärken, so wie es die Bundesregierung in ihrem Koalitionsvertrag versprochen hat. Wir brauchen eine bessere Steuerung der Patientinnen und Patienten. Die HZV als freiwilliges Primärarztsystem ist dafür die richtige Lösung. Das belegen die mittlerweile über elf Millionen eingeschriebenen Versicherten in Deutschland eindrucksvoll.“
Insofern begrüße der Bayerische Hausärztinnen- und Hausärzteverband die Aussage von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken, dass die HZV im Rahmen eines verbindlichen, flächendeckenden hausärztlichen Primärversorgungssystem gleichberechtigt zum Kollektivvertrag bestehen wird.
„Wir Hausärztinnen und Hausärzte leisten unseren Beitrag"
Als starke Interessensvertretung werde der Bayerische Hausärztinnen- und Hausärzteverband gemeinsam mit dem Bundesverband und den anderen Landesverbänden den laufenden Gesetzgebungsprozess in den nächsten Wochen kritisch und konstruktiv begleiten. Dr. Ritter: „Wir Hausärztinnen und Hausärzte leisten unseren Beitrag für ein zukunftsfestes Gesundheitssystem. Es macht aber keinen Sinn, mit der HZV eine Struktur zu torpedieren, die den Patientinnen und Patienten eine besondere Versorgung garantiert, den Praxen eine wirtschaftlich sinnvolle Perspektive bietet und gleichzeitig unnötige Mehrausgaben verhindert.“