„Gleiche Regeln für Alle“ – Dr. Wolfgang Ritter fordert härtere Regeln für Digitale Gesundheitsanwendungen
„Es kann nicht sein, dass IT-Unternehmen bei Digitalen Gesundheitsanwendungen mit Mondpreisen Kasse machen – und dies auch noch ohne jede Evidenz“, kritisiert Dr. Wolfgang Ritter, Landesvorsitzender des Bayerischen Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes, die aktuelle Regelung. Auf dem Hausärztinnen- und Hausärztetag in Berlin haben die Delegierten deshalb den Gesetzesgeber aufgefordert, diese „Apps auf Rezept“ stärker zu regulieren.
Der Hausärztinnen- und Hausärzteverband hat sich mit seinem Beschluss weitgehend den Forderungen des AOK-Bundesverbandes angeschlossen, der Ende August in einem Positionspapier ein Einschreiten des Gesetzgebers gefordert hatte. So würde den immer stärker steigenden Kosten für Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) kein adäquater Nutzennachweis gegenüberstehen, rügte die AOK.
Evidenz und Wirtschaftlichkeit müssen auch für GiGAs gelten
Dr. Ritter: „Es ist in der Tat nicht nachvollziehbar, dass für die DiGA nicht dieselben Anforderungen an Evidenz und Wirtschaftlichkeit gelten wie für andere GKV-Leistungen. Und es ist angesichts der harten Einsparungen im ambulanten Bereich uns Hausärztinnen und Hausärzten auch nicht vermittelbar, dass es im ersten Jahr für den Preis einer Digitalen Gesundheitsanwendung keine Regulierung gibt.“
Aktuelle Regelung "Lizenz zum Geld drucken"
Dr. Ritter, der auch zweiter stellvertretender Bundesvorsitzender des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes ist, warnt: „Die aktuelle Regelung ist für IT-Unternehmen eine Lizenz zum Gelddrucken. Die Zeche zahlen wieder die Versicherten und unsere Praxen, weil dieses Geld dann in der Versorgung fehlt. Auch dieses Beispiel macht deutlich, dass die Politik gut beraten wäre, die hausärztliche Expertise bereits im Gesetzgebungsverfahren miteinzubeziehen.“
Eine Beschlussübersicht der Bundesdelegiertenversammlung vom 11.09.2026 ist in der Digitalen Pressemappe zum 47. Hausärztinnen- und Hausärztetag in Berlin zu finden.