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Im Hausarztprogramm gut und zielgerichtet versorgt

verfasst am 29. April 2026
Pressemitteilung zum Tag der Hausarztmedizin am 13. Mai

München, den 29.04.2026 – „Hausarztmedizin ist Familien- und Beziehungsmedizin. Sie braucht starke Praxisteams und verbindliche Rahmenbedingungen. Garant für beides ist die Hausarztzentrierte Versorgung (HZV). Daran erinnern wir auch dieses Jahr wieder mit dem Tag der Hausarztmedizin am 13. Mai,” erklärt Dr. Wolfgang Ritter, Vorsitzender des Bayerischen Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes (BHÄV). „Ganz zentral für eine zukunftsfähige flächendeckende wohnortnahe hausärztliche Versorgung ist auch eine hinreichende Finanzierung von Teampraxisstrukturen und die Umsetzung des Teampraxiskonzepts HÄPPI“.

Um die Vorteile von HZV und HÄPPI geht es auch in der neuen Folge des BHÄV- Podcasts "Bayern-Doc" zum Tag der Hausarztmedizin. Dr. Wolfgang Ritter und der Co-Bundesvorsitzende Dr. Markus Blumenthal-Beier erklären darin, was eine echte Primärarztversorgung ausmacht, welche Qualifikation dafür erforderlich ist, warum die HZV die Kriterien einer Primärarztversorgung erfüllt und welchen Beitrag HÄPPI (Hausärztliches Primärversorgungszentrum – Patientenversorgung Interprofessionell) bei der Etablierung eines flächendeckenden Primärarztsystems leisten kann. Was die Zukunft der hausärztlichen Versorgung angeht, sind sich Dr. Ritter und Dr. Beier einig: „Bei allen Herausforderungen wird es eine Form der Hausärztin, des Hausarztes immer geben, weil der Bedarf dafür bei Patientinnen und Patienten einfach da ist.“

Denn für die überwiegende Mehrheit der Bundesbürger ist die Hausarztpraxis erste Anlaufstelle in Gesundheitsfragen. Sie ist ein niederschwelliges Gesundheitsangebot: In Hausarztpraxen bekommen Patientinnen und Patienten immer zeitnah einen Termin. Die Hausarztpraxis ist ein Ort des Vertrauens: Die Hausärztin/der Hausarzt betreut Patientinnen und Patienten oft über viele Jahre hinweg, kennt deren Krankengeschichte und Umfeld und kann bei Bedarf passende medizinische Fachgebiete hinzuziehen. Die Hausarztpraxis ist auch ein verlässlicher Ort für Patientendokumente und Befunde.

Mit dem Motto „Weil Gesundheit Vertrauenssache ist: das Hausarztprogramm!“ setzen die 18 Landesverbände des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes beim Tag der Hausarztmedizin am 13. Mai 2026 auf genau diese Basis mit verschiedenen Aktionen. Der Bayerische Hausärztinnen- und Hausärzteverband stellt in diesem Jahr vor allem Information und Überzeugungsarbeit in den Vordergrund: „Rund 11 Millionen Versicherte nehmen aktuell bundesweit am Hausarztprogramm teil. Wir wollen als Bayerischer Hausärztinnen- und Hausärzteverband maßgeblich dazu beitragen, dass diese Zahl wächst, damit mehr Menschen von den Vorteilen des freiwilligen Primärarztsystems – denn das ist die Hausarztzentrierte Versorgung beziehungsweise das Hausarztprogramm – profitieren.“

Damit die hausärztlichen Praxen auch in Zukunft ein flächendeckendes Primärarztsystem anbieten können, hat der Hausärztinnen- und Hausärzteverband das Teampraxis-Konzept HÄPPI entwickelt. Dabei werden mehr Aufgaben auf speziell ausgebildete Fachkräfte wie beispielsweise Primary Care Manager oder Physician Assistants übertragen. Hausärztinnen und Hausärzte gewinnen so zusätzliche Zeit für komplexere Fälle. „Der Vorteil gegenüber anderen Konzepten wie zum Beispiel einer Gemeindeschwester ist, dass die Versorgung in einer Hand unter hausärztlicher Leitung bleibt und es nur eine Patientenakte gibt, in der alles drinsteht“, betont Dr. Ritter.

Dass das Konzept aufgeht, zeigen erste Ergebnisse der Begleitstudie zum HÄPPI-Pilotprojekt in Bayern. Demnach konnten HÄPPI-Praxen schon in den ersten Monaten der Transformation rund 15 Prozent mehr Patientinnen und Patienten versorgen, und das ohne Qualitätseinbußen und bei hoher Zufriedenheit der Patientinnen und Patienten.

Alle Informationen rund um den Tag der Hausarztmedizin und die Aktionen der Hausärztinnen- und Hausärzteverbände finden Sie unter www.tag-der-hausarztmedizin.de.