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Als BEAH „ein Stück weit unentbehrlich für die Praxis“

verfasst am 22. September 2026
Interview mit "BEAH-Mutter" Margit Büttner zu der Qualifizierungsmaßnahme, die vor zehn Jahren vom BHÄV ins Leben gerufen wurde

Die BEAH hat runden Geburtstag! Vor 10 Jahren wurde die Qualifizierung „Betriebswirtschaftliche Assistentin in der Hausarztpraxis“ aus der Taufe gehoben. Ideengeberin war Dr. Petra Reis-Berkowicz.  Margit Büttner, Diplom-Betriebswirtin (FH), MFA, VERAH und NÄPA sowie Praxismanagerin, hat die Qualifizierung federführend konzipiert und von Anfang an die Kurse als Referentin geleitet. Im Interview erklärt die „BEAH-Mutter“, welche Vorteile die Qualifizierung für die MFA sowie für das ganze Praxisteam bringt.

Vor 10 Jahren haben Sie die erste BEAH-Qualifizierung geleitet. Inzwischen hat der Bayerische Hausärztinnen- und Hausärzteverband rund 300 BEAHs qualifiziert. Hätten Sie damals erwartet, dass die neue Qualifikation so erfolgreich wird?

Margit Büttner: Erwartet ist vielleicht zu viel gesagt. Aber ich habe gehofft, dass die Qualifizierungsmaßnahme ein Erfolg wird, weil mir das Potenzial von Anfang an bewusst war.

Was zeichnet eine BEAH aus?

Margit Büttner: Von einer fertig ausgebildete BEAH profitiert das ganze Team. Sie kann ihre Chefin beziehungsweise ihren Chef bei betriebswirtschaftlichen Themen und vor allem bei der Abrechnung entlasten oder unterstützen. Gleichzeitig ist sie als Abrechnungsexpertin auch Ansprechpartnerin für die Kolleginnen und Kollegen.

Warum ist es aus Ihrer Sicht so wichtig, dass gerade medizinische Fachangestellte betriebswirtschaftliche Kompetenzen aufbauen?

Margit Büttner: Jede Praxis ist heutzutage auch ein betriebswirtschaftliches Unternehmen mit Betriebskosten, Gehältern, die zu zahlen sind, medizinischen Geräten, die Geld kosten. Auch wenn die Patientenversorgung im Vordergrund steht, muss die Praxis wirtschaftlich arbeiten, um zu überleben. Mir war es deshalb wichtig, dass die Kolleginnen einige Grundbegriffe der Betriebswirtschaft kennenlernen, um ihren Beitrag leisten zu können. Für das Praxisteam geht es schließlich auch um Arbeitsplätze.

Welche Veränderungen erleben Sie häufig bei den Teilnehmerinnen zwischen Kursbeginn und Kursende – fachlich, aber auch persönlich? Und von welchen Veränderungen berichten die Kursteilnehmerinnen an ihrem Arbeitsplatz?

Margit Büttner: Nach dem Ende des Kurses und der bestandenen Prüfung sind die Kolleginnen fit in der Abrechnung von HZV, EBM und GOÄ, können die Abrechnungen dieser drei Gebührenordnungen prüfen, auswerten und Schlüsse für das Praxismanagement ziehen. Persönlich bringt ihnen diese Weiterbildung mit den neuen Fähigkeiten eine berufliche Aufwertung, die sich hoffentlich auch in einem entsprechenden Gehalt niederschlägt. An ihrem Arbeitsplatz können BEAHs ihre Kolleginnen und Kollegen kompetent unterstützen, wenn beispielsweise Änderungen bei den Gebührenordnungen beschlossen oder verhandelt werden und diese in der Praxis umgesetzt werden müssen.

Gibt es eine Erfolgsgeschichte oder ein Beispiel aus einer Praxis, das Ihnen besonders im Gedächtnis geblieben ist?

Margit Büttner: Bei der letzten Prüfung hatte eine Teilnehmerin fast 100 Prozent der gestellten Fragen richtig beantwortet, das ist wirklich eine herausragende Leistung und zeugt von hoher Motivation. In einem der ersten Kurse hatte ich mit Kathrin Mies eine ähnlich engagierte Kollegin, die eine sehr gute Prüfung geschrieben hat. Ich habe sie angesprochen, ob sie nicht Referentin bei uns sein möchte. Sie hat zugesagt und arbeitet seit dieser Zeit neben ihrer Praxistätigkeit als Referentin in den HZV-Schulungen des Bayerischen Hausärztinnen- und Hausärzteverbands.

Was motiviert Sie persönlich, diesen Kurs seit zehn Jahren mit so viel Engagement zu leiten?

Margit Büttner: Es macht einfach Spaß, mit solchen engagierten Kolleginnen zu arbeiten. Viele Kurse haben eine WhatsApp-Gruppe gebildet, in denen ich auch Mitglied bin. Das ist für alle BEAHs eine tolle Möglichkeit, in Kontakt zu bleiben und sich auszutauschen und Fragen einzustellen, zum Beispiel zur Umsetzung von Neuerungen. Bei Bedarf gebe ich da auch gerne mal Tipps. Apropos Austausch: Dass die BEAH-Kurse als Präsenzveranstaltungen konzipiert sind, hat viel damit zu tun, den Teilnehmenden die Chance zum gegenseitigen Kennenlernen zu geben und den Austausch untereinander zu fördern. Gerade die Pausen sind dazu wichtig und dürfen deshalb auch nicht zu kurz kommen. So können beispielsweise WhatsApp-Gruppen erst entstehen.
Schön finde ich auch, dass ich inzwischen Unterstützung als BEAH-Referentin am Veranstaltungsort München durch Melanie Kern-Glück bekommen habe – vielen Dank an dieser Stelle für die Unterstützung!

Was möchten Sie ehemaligen und zukünftigen Teilnehmenden zum Jubiläum gerne mit auf den Weg geben?

Margit Büttner: Die Medizinische Fachangestellte hat einen abwechslungsreichen Beruf und viele Möglichkeiten, sich weiter zu qualifizieren. Das habe ich auch selbst genutzt und mich nach meiner Ausbildung zur MFA zur VERAH und NÄPA weiterqualifiziert. Und nach 10 Jahren BEAH-Ausbildung kann ich nur jeder Kollegin raten, nicht stehen zu bleiben und diesen Weg einzuschlagen. Damit eröffnen sich neue berufliche Möglichkeiten, die dazu beitragen, noch mehr Freude am Beruf zu haben und sich ein Stück weit unersetzlich in der Praxis zu machen.

BEAH werden

Diese Zusatzqualifikation zur Betriebswirtschaftlichen Assistentin in der Hausarztpraxis umfasst 27 Unterrichtseinheiten, die sich auf vier Samstage verteilen. Die Abschlussprüfung findet ebenfalls an einem Samstag statt.

Diese Qualifizierung werden wir ab 2027 wieder in
Nürnberg und bei entsprechender Nachfrage auch in
München anbieten.