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„Die Fixkostendegression wäre ein fatales Signal gewesen“

verfasst am 04. November 2026
Wie bedeutsam der Wegfall der Fixkostendegression für die hausärztliche Versorgung ist, machen Maria Stich und Dr. Mohammad Ahmadi am konkreten Beispiel deutlich.

Fixkostendegression und Rücknahme der Entbudgetierung hausärztlicher und pädiatrischer Leistungen sind vom Tisch. Dieser Erfolg hat immense Bedeutung für die Sicherung der wohnortnahen hausärztlichen Versorgung. Das wird deutlich, wenn man die Auswirkungen am konkreten Beispiel betrachtet, die vor allem die geplanten Abschläge beim Honorar für Neupatienten in der HZV und im EBM für bayerische Hausarztpraxen bedeutet hätten.

„Genau genommen hat mir die HZV die Neugründung überhaupt erst ermöglicht"

Da ist zum Beispiel Maria Stich, die sich 2024 in Meitingen im Landkreis Augsburg in eigener Einzelpraxis niedergelassen und dabei von Anfang an auf die Hausarztzentrierte Versorgung gesetzt hat. „Genau genommen hat mir die HZV die Neugründung überhaupt erst ermöglicht: Denn bei null zu starten und einen Patientenstamm erst hochzufahren, ist im KV-System quasi unmöglich. Gerade anfangs sind viele Investitionen nötig – auch für gutes Personal. Das ist faktisch nur in der HZV mit fest kalkulierbarem und angemessenem Honorar möglich“, ist sie überzeugt. „Die nun wieder begrabene Fixkostendegression hätte bedeutet, dass es ab einem Stichtag x für jeden neu eingeschriebenen HZV-Versicherten Honorarabschläge gegeben hätte – also bei Praxisgründern für alle. Gleiches hätte auch für jeden Neupatienten gegolten, der nach EBM abgerechnet wird. Welche junge Kollegin hätte sich da noch niedergelassen?“, fragt die Hausärztin, die sich als Schatzmeisterin im Vorstand des Bayerischen Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes engagiert. „Dabei werden doch mehr Hausärztinnen und Hausärzte dringender denn je gebraucht“, sagt sie mit Blick auf die demografische Entwicklung und geplante Primärversorgungssystem.

Mit Fixkostendegression "Weniger finanzielle Mittel für die Anpassung meiner Praxiskapazitäten"

Aber auch im laufenden Praxisbetrieb hätte die Fixkostendegression verheerende Auswirkungen gehabt. Dr. Mohammad Ahmadi beispielsweise, der eine große und etablierte Landarztpraxis betreibt, ist überzeugter HZV-Arzt. „Das höhere und sichere Honorar in den HZV-Verträgen ermöglicht mir, meinen Patientinnen und Patienten eine erstklassige hausärztliche Versorgung zu bieten – durch erstklassiges Personal, neuesten technischen Standard und mehr Präventionsangebote“, sagt der Bezirksvorsitzende Unterfranken des Bayerischen Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes. „Abschläge für neu Eingeschriebene oder generell Neupatienten hätten für mich zunächst einmal bedeutet, weniger finanzielle Mittel für die Anpassung meiner Praxiskapazitäten zu haben. Von einer primärversorgenden Landarztpraxis wird aber genau das erwartet“, erklärt er. „Mit dem Teampraxis-Modell HÄPPI sind wir Hausärztinnen und Hausärzte in der Lage, die Herausforderungen zu stemmen, die das geplante flächendeckende Primärversorgungssystem und die alternde Gesellschaft für die hausärztlichen Praxen bedeutet. Aber das muss auch finanziert werden.“

In der HZV werden Teampraxisstrukturen über eine entsprechende Honorierung gefördert. Die AOK Bayern stellt im Rahmen der HZV sogar Stipendien für das Studium Primary Care Management (PCM) zur Verfügung – PCM spielen eine Schlüsselrolle im Teampraxis-Modell HÄPPI. Teampraxen bieten auch Strukturen, in denen gerade junge Hausärztinnen und Hausärzte bevorzugt arbeiten möchten.

Sowohl Maria Stich als auch Dr. Ahmadi sind überzeugt: „Die Fixkostendegression hätte die HZV enorm geschädigt und wäre ein fatales Signal für die hausärztliche Versorgung und ihre Zukunft gewesen.“

Mit einer starken Stimme sprechen!

2026 10 30 HAEV Mitglied LinkedIn Feed 1200x1200.sDass die geplante Fixkostendegression abgewendet werden konnte und die hausärztliche Entbudgetierung bestehen bleibt, ist ein Erfolg, der nur durch den gemeinsamen Einsatz des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes mit seinen Landesverbänden und seinen Mitgliedern möglich wurde. Mit dem geplanten Primärversorgungssystem steht bereits die nächste gesundheitspolitische Herausforderung bevor. Je mehr Mitglieder der Verband vertritt, desto größer ist sein Einfluss. Tragen Sie dazu bei, diesen Einfluss zu vergrößern!