"Besonders spannend fand ich die Rolle der Hausärztin als erste Anlaufstelle"
Um die die hausärztliche Versorgung außerhalb des städtischen Alltags kennenzulernen, ging Medizinstudentin Isabell Schmidt nach Uffing am Staffelsee in die Praxis DocUffing zu Dr. Agnes Bitterlich. Dabei erhielt sie Förderung von der Stiftung Bayerischer Hausärzteverband.
Motivation für Bewerbung um Förderung des Blockpraktikums auf dem Land
Meine Motivation für eine Famulatur im ländlichen Raum lag vor allem darin, die hausärztliche Versorgung außerhalb des städtischen Alltags kennenzulernen. Zudem spiele ich mit dem Gedanken, später selbst in einem ländlichen Gebiet tätig zu sein. Aspekte wie die Nähe zur Natur, vielfältige Freizeitmöglichkeiten (z. B. Wandern oder Wintersport) sowie ein ruhigeres Lebensumfeld stellen für mich attraktive Zukunftsperspektiven dar.
Tätigkeitsbeschreibung und fachliche Eindrücke
Während meiner Famulatur konnte ich einen umfassenden Einblick in den hausärztlichen Alltag gewinnen und zahlreiche praktische Tätigkeiten selbstständig durchführen. Dazu gehörten unter anderem:
• Durchführung von Blutabnahmen sowie Anmeldung und Auswertung von Laboruntersuchungen
• Assistenz und teilweise eigenständige Durchführung von Impfungen inklusive Aufklärungsgesprächen
• Durchführung von Gesundheitsuntersuchungen und geriatrischen Assessments
• Eigenständige Erhebung von Anamnesen und Erstuntersuchungen bei Patientinnen und Patienten
• Einblicke in die sonographische Diagnostik
Besonders beeindruckt hat mich die Kontinuität in der Betreuung der Patientinnen und Patienten. Ich konnte meine klinischen Fähigkeiten deutlich verbessern und ein besseres Verständnis für die hausärztliche Entscheidungsfindung entwickeln.
Betreuung vor Ort
Frau Dr. Bitterlich nahm sich jederzeit Zeit für Fragen und erklärte medizinische Zusammenhänge ausführlich. Gleichzeitig wurde mir früh die Möglichkeit gegeben, eigenständig zu arbeiten und Verantwortung zu übernehmen, was meinen Lernprozess erheblich gefördert hat.
Unterkunft
Während meiner Famulatur war ich in einer Ferienwohnung von Bekannten in der Region untergebracht. Dadurch hatte ich kurze Wege zur Praxis, konnte mich gut auf den Arbeitsalltag konzentrieren und mich schnell einleben.
Land und Leute
Das Leben im ländlichen Raum habe ich als sehr angenehm und entschleunigt erlebt. Die Menschen waren offen, freundlich und es entstand schnell ein persönlicher Kontakt, der sich auch im Praxisalltag widerspiegelte.
Besonders gefallen hat mir die Nähe zur Natur: Die Region bietet zahlreiche Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung wie Wandern oder Wintersport in den nahegelegenen Bergen.
6. Fazit
Die Famulatur hat mir einen sehr guten Einblick in die hausärztliche Arbeit auf dem Land gegeben und mein Interesse an diesem Bereich weiter gestärkt. Besonders spannend fand ich die Rolle der Hausärztin als erste Anlaufstelle, die viel abfängt und damit auch Kliniken entlastet. Gleichzeitig habe ich gelernt, wie wichtig es ist, einen Mittelweg zu finden: Patientinnen und Patienten sollen sich gut aufgehoben fühlen, aber man muss trotzdem klare Grenzen setzen und kann nicht die Rolle eines „persönlichen Leibarztes“ einnehmen. Insgesamt war es eine sehr lehrreiche und positive Erfahrung mit viel Kontakt zur umliegenden Natur.
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In den zehn Jahren ihres Bestehens hat die Stiftung Bayerischer Hausärzteverband verschiedene Projekte aufgelegt, um Medizinstudierende und junge Ärztinnen und Ärzte für die Allgemeinmedizin zu begeistern. Schon durch eine kleine Spende können Sie uns bei dieser wichtigen Aufgabe zur Sicherung des ärztlichen Nachwuchses unterstützen.