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Begeistertes Fazit nach Famulatur: "Ich konnte sehr viel Neues lernen"

verfasst am 28. Oktober 2026
Was Medizinstudent Johannes Pufe bei seiner Famulatur in der Gemeinschaftspraxis Schönwald i. Ofr. als besonders lehrreich empfand.

Die erste Famulatur seines Medizinstudiums verbrachte Johannes Pufe in der Gemeinschaftspraxis Schönwald i. Ofr. bei den Dres. Oto Hrbáček und Katrin Heinl. Dabei nutzte er die gemeinsame Famulaturförderung der TL Landesvertretung Bayern und der Stiftung Bayerischer Hausärzteverband.

Motivation für Bewerbung um Förderung der Famulatur auf dem Land

Grund für mein Bestreben eine Famulatur „auf dem Land“ zu absolvieren, war die Möglichkeit einer Blickerweiterung, um außerhalb des gewohnten Unialltags die Verhältnisse in weniger dicht bewohnten Regionen kennen zu lernen, gerade auch im medizinischen Bereich, um auch damit möglicherweise verbundene organisatorische oder strukturelle Probleme zu erkennen.

Tätigkeitsbeschreibung und fachliche Eindrücke

Erstaunt war ich über den Umfang der medizinischen Tätigkeiten, mit denen ich mich auseinandersetzen musste und durfte – teils in zeitlicher Staffelung, je nach Kenntniszuwachs. Im Gegensatz zu meiner anfänglichen Erwartungshaltung, die das allgemeinärztliche Leistungsspektrum deutlich enger begrenzte, umfassten die fachlichen Tätigkeiten letztlich u. a.: Die Routine einer Sprechstunde im Praxisalltag, einschließlich sogenannter Gesundheitsuntersuchungen, unter Anleitung und Aufsicht; Durchführung von Blutentnahmen, Entfernen von Wundklammern,
Verabreichung von Impfdosen, Erleben eines Hautkrebs-Screenings, Begleitung einer Leichenschau, ebenso technische Untersuchungen wie Sonografie, EKG und Langzeit-EKG sowie Auswertung von Lungenfunktionsuntersuchungen. So konnte ich einen umfangreichen Überblick über den gesamten üblichen Praxisalltag gewinnen.

Betreuung vor Ort

Solche Tätigkeiten und Erfahrungen können aber nur in einem ausgewogenen und harmonischen Team sinnvoll erbracht und gemeistert werden. Die vier Ärzte der Praxis hatten zusammen mit den je nach Schicht tätigen MFAs eine solche Arbeitsumgebung geschaffen. Dieses äußerst nette Team war stets bemüht, mir noch offene Fragen zu beantworten und mir bei Problemen weiterzuhelfen. Fachlich konnte ich auf diese Weise viel hinzulernen.

Unterkunft

Für die Unterkunft war vorgesorgt. Ich konnte in der Nachbarstadt im Kreise meiner Verwandtschaft übernachten und hatte somit keine Schwierigkeiten.

Land und Leute

Interessant war es, die Menschen dieser Region als Patienten kennenzulernen. Dabei fiel auf, dass der Blick auf Krankheiten teilweise ganz anders gerichtet war als im großen Uniklinikum, auch im Verständnis des erlebten Befindens und hinsichtlich des eigenen Schicksals. Oft fand sich eine mehr lockere Lebensauffassung und eine befriedigendere Bewältigung des Alltags.

Besonders lehrreich war für mich der direkte Kontakt zu den Patienten. Es ist auffällig, wie verschieden Menschen ihre Beschwerden schildern und von sich aus bewerten. Oftmals liegt auf Patientenseite eine völlig falsche Gewichtung der Beschwerden hinsichtlich ihrer Bedrohlichkeit vor. So wird man in der Anamnese oft zunächst in eine falsche Richtung gelenkt. Natürlich ist es auch nicht immer einfach zu erkennen, ob eine Krankheit vorliegt oder ob ein Wunsch nach einer Krankschreibung besteht.

In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass es vor Ort viele Patienten mit psychosozialen Problemen gab, unter anderem auch, weil die ortsansässige Porzellanfabrik, die vielen Bürgern eine wichtige Lebensgrundlage bot, demnächst schließt.

Zur Beurteilung solcher besonderen Situationen ist sicher eine langjährige klinische Erfahrung im Praxisalltag nötig.

Während der Famulatur wurde ich schrittweise sicherer in den mir anvertrauten Aufgaben, aber auch in Gesprächen mit den Patienten. Der Kontakt zum Praxispersonal war stets fachlich korrekt, aber locker und freundlich, so wie stets von Hilfsbereitschaft geprägt. Das betrifft natürlich auch die Ärzte, denen ich meinen Wissenszuwachs ganz besonders verdanke.

Fazit

Die Famulatur war eine lehrreiche, interessante Zeit, die ich in einem großartigen Team aus Ärztinnen und Ärzten sowie MFAs verbringen durfte. Ich konnte sehr viel Neues lernen. Sicherlich wäre manches leichter und effektiver gewesen, wenn ich schon mehr klinische Vorerfahrung gehabt hätte – aber irgendwo muss man eben anfangen.

Insgesamt habe ich außerordentlich von der Famulatur profitiert. Dem gesamten Team sei auf diesem Weg nochmals ein ganz herzliches Dankeschön gesagt!

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