Münchner Ärzte engagieren sich für die Medizinische Versorgung von Flüchtlingen

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„Ich bin sehr froh, dass wir endlich an die Arbeit gehen und den Flüchtlingen helfen können“, erklärt Vereinsmitglied Dr. Christoph Grassl. Der Facharzt für Allgemeinmedizin und Münchner Bezirksvorsitzende des Bayerischen Hausärzteverbandes engagiert sich mit zahlreichen Kollegen im „Verein für die medizinische Versorgung von Flüchtlingen, Asylbewerbern und deren Kindern“. In der ehemaligen Bayernkaserne in München sollen jetzt Container aufgestellt und darin eine Bereitschaftspraxis eingerichtet werden.
 
Dr. Mathias Wendeborn, Kinderarzt und Vorsitzender des Vereins: „In dieser Erstaufnahmeeinrichtung werden maximal 1500 Flüchtlinge untergebracht, die hier bis zu drei Monate verbringen. Derzeit sind es rund 700. Und diese Menschen müssen natürlich auch medizinisch nach Bedarf versorgt werden.“ Bislang haben sich 50 Ärzte unterschiedlicher Fachrichtungen gemeldet, die abwechselnd Dienste übernehmen. „Es werden täglich mehr, aber wir suchen noch weitere Ärzte und MFAs. Anmelden kann man sich am besten per Mail unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.“

Die medizinische Versorgung der Flüchtlinge ist eine staatliche Aufgabe, betont Dr. Wendeborn: „Unser Verein sieht sich als organisatorische Hilfe, um diese Versorgung zu erleichtern und zu verbessern. Die ehrenamtliche Tätigkeit in dem gemeinnützigen Verein wird mit staatlicher Unterstützung mit einer Aufwandsentschädigung honoriert,
aber allein wegen des Geldes macht das keiner.“

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Einer dieser Freiwilligen ist Dr. Siegfried Rakette, Hausarzt und 3. Vorsitzender des Ärztlichen Kreis- und Bezirksverbandes München. Er und seine Ehefrau Magdalena halten bereits regelmäßig Sprechstunden in der provisorischen Bereitschaftspraxis ab, die sich im Haus Nummer 20 auf dem Gelände der ehemaligen Bayernkaserne befindet: „Vor Jahren hatte ich beschlossen, kürzer zu treten und meine Praxis abgegeben, aber diese Menschen hier brauchen unsere Hilfe. Außerdem ist die Arbeit wichtig und sehr erfüllend.“
 
Davon konnte sich am Freitag vergangener Woche auch die Politik überzeugen, als Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter gemeinsam mit Staatskanzlei-Minister Marcel Huber und Sozialministerin Emilia Müller die Erstaufnahmeeinrichtung und die provisorische Bereitschaftspraxis besuchte.